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frau bei ihr wieder in den Vordergrund trat, jetzt kam ihr
dieſes ſelbſtändige Handeln unweiblich, faſt verwerflich vor, und ſie bedurfte wieder einer längeren Zeit, um es ſich abermals zu vergegenwärtigen, daß ſie recht gethan und nicht anders handeln könne; ſie mußte die immer wieder in ihr aufſteigenden mädchenhaften Bedenken zu⸗ rückweiſen, indem ſie ſich ſagte, daß es ſich hier nicht nur um ihr, ſondern um ſein Glück und ſein Leben handle. — Er kann mich nicht falſch beurtheilen, ſprach ſie leiſe und noch tiefer erröthend vor ſich hin, da er mich liebt und es weiß, daß ich ihn liebe. Weil ich ihn liebe, muß ich dieſen kindiſchen Bedenken entſagen— die an ſich ſo wenig in Betracht kommen.—
Der Graf betrachtete in Folge der Unterredung mit ſeiner Tochter ihre Heirath mit dem Fürſten als eine feſt⸗
ſtehende und abgemachte Sache. In der abermals er⸗
betenen Bedenkzeit ſah er nichts als eine Laune oder eine von ihren vielen Eigenthümlichkeiten, an die er von je her gewohnt geweſen war. Er hatte ſich niemals die Mühe gegeben, dieſe ihm aufgefallenen Eigenthümlich⸗ keiten ſeines Kindes näher zu ergründen, ſondern ſich nur darüber geärgert, ſie zu unterdrücken geſucht und, als ihm dies nicht gelang, ſich darein ergeben. Ein inniges und vertrautes Verhältniß hatte ſich daher niemals zwiſchen ihnen ausgebildet, und dies kam Hedwig jetzt ſehr zu


