Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 3. Theil (1865)
Entstehung
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beigeführt. Bart und Haare waren geordnet, ſeine noch etwas tief liegenden Augen blickten klar und mit erhöh⸗ tem Glanze, und ſein wenn auch noch bleiches und mage⸗ res Geſicht hatte ſeine frühere Schönheit vielleicht in noch mehr vergeiſtigtem Ausdrucke wiedergewonnen.

Er trug einen einfachen, eng anliegenden Rock nach

ruſſiſchem Schnitte, der ſeine ſchlanke Geſtalt vortheilhaft

hervorhob, und ſchritt jetzt, ſich ſeinen Gedanken überlaſ⸗ ſend, in dem einſamen Zimmer auf und ab. Zuweilen blieb er unfern des Fenſters ſtehen, von welchem aus man das neue Schloß ſehen konnte, ohne es zu wagen, näher an daſſelbe heranzutreten, und blickte ſchwärmeriſch und mit dem Ausdrucke des höchſten Glückes nach dem Raume hinüber, in welchem ſie weilte.

Daß er ſie liebte mit der ganzen Kraft und der gan⸗ zen Gluth ſeiner Seele, dieſe wunderbare Hedwig, die in ſeinen Phantaſieen immer noch mit einer himmliſchen Er⸗ ſcheinung in naher Verbindung ſtand, werden wir weder nöthig haben, beſonders zu bekräftigen, noch zu moti⸗ viren. Es war dieſer Seelenzuſtand bei ſeinem leicht be⸗ geiſterten und etwas ſchwärmeriſchen Gemüthe erklärlich, aber wir dürfen nicht verſchweigen, daß dieſe Leidenſchaft,

von der er eben ſo plötzlich, wie ſie ſelbſt, ergriffen wor⸗ den, ihn um ſo mächtiger beherrſchte, weil er, ungeachtet ſeines an Abenteuern ſo reichen Lebens, noch nie um die