Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 3. Theil (1865)
Entstehung
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hatte ihr Mädchen ſofort mit der Weiſung entlaſſen, daß ſie ſich ſpäter ſelbſt entkleiden werde. ₰ Unruhig ſchritt ſie umher, ſetzte ſich bald einen kurzen Moment nieder, trat bald wieder an das Fenſter und blickte nach dem Hofe hinüber, wo es jetzt ſtill und ruhig geworden war. Der Mondſchein der klaren und kalten Winternacht ließ den Schnee in hellem, bläulichem Lichte erglänzen, während die umſtehenden Gebäude in tiefen, geſättigten Schatten ſich darauf abzeichneten. Niemand war zu ſehen, die Gefangenen hatte man in einem großen Gebäude untergebracht und es nicht für nöthig gehalten, Wachen auszuſtellen, da man wußte, daß die Kälte und die Ermattung für dieſe Unglücklichen der ſicherſte Wäch⸗ ter ſei. Plötzlich ergriff ſie eine ſich faſt zur Angſt ſteigernde Beſorgniß darüber, ob Petrowitſch auch den zwiſchen ihnen verabredeten Plan wirklich zur Ausführung ge⸗ bracht, ob er ſie dennoch nicht vielleicht getäuſcht habe, um morgen, wenn es zu ſpät ſein würde, mit der Unmöglich⸗ keit des Erfolges ſich zu entſchuldigen. Sie wollte ihn noch einmal ſprechen, ſie wollte ſich darüber Gewißheit verſchaffen— denn noch war es Zeit, das Verſäumte nachzuholen. Im Begriffe, die Klingel zu ziehen, fiel ihr Blick auf die Uhr, deren Zeiger auf Ritternacht ſtanden. Sie wurde wieder unſchlüſſig. Konnte ſie zu einer ſo