24
5 ſich, gleichſam entſchuldigend, von Hedwig verabſchiedet, welche ihn mit ruhiger und gleichgültiger Miene ange⸗ hört und ihm dann ebenſo glückliche Reiſe gewünſcht hatte.
Es thut mir unendlich leid, daß ich auf eine kurze Zeit des Vergnügens Ihrer Geſellſchaft beraubt bin, hatte er dann mit einem verbindlichen Lächeln hinzuge⸗ fügt, aber mich tröſtet die Hoffnung, daß Sie auch in der Ferne zuweilen meiner gedenken werden.
Sie hatte dieſe beziehungsvolle Andeutung nur durch eine leichte und ſtumme Verbeugung erwiedert, und er war abgereiſt.
Der Tag war beſonders ſchön; die Sonne ſchien hell, die Luft war ruhig und die Kälte nicht empfindlich. Hed⸗ wig empfand am Nachmittage das Verlangen, eine Schlit⸗ tenfahrt zu machen; ſie wußte, daß ſie dabei allein ſein konnte, da der Fürſt abweſend war und ihr Vater keinen⸗ falls mitfahren würde. Der Gedanke übte den alten Zau⸗ ber aus, ſie könne wieder mit flüchtigem Pferde raſch über die Fläche dahinfliegen und ſich dabei ungeſtört ihren eigenen Empfindungen überlaſſen. Sie ließ daher den Hausmeiſter heraufbeordern und theilte ihm ihren Wunſch mit. Petrowitſch war einer von den außergewöhnlichen Leibeigenen, wie es deren in Rußland damals eine Menge gab. Er ſprach fertig Deutſch und Franzöſiſch, waß ihn


