Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 2. Theil (1865)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

229

noch eine lange Zeit ſtehen und Antwort ertheilen, ehe er die Erlaubniß erhielt, ſich zu entfernen, um von ſeiner angeſtrengten Fahrt auszuruhen.

Die Wichtigkeit dieſer Nachrichten, welche den Stand der Dinge vollſtändig veränderte und in den Anſchau⸗ ungen des Grafen eine unvorhergeſehene Umwälzung her⸗ vorbrachte, hinderte ihn längere Zeit, die Plane des Für⸗ ſten weiter zu verfolgen. Er hielt es immer noch nicht für möglich, daß der bis dahin unbeſiegbare Napoleon ſich wirklich auf dem Rückzuge befinden ſolle, und zweifelte noch mehr an den mit ſo großer Sicherheit ausgeſproche⸗ nen Behauptungen des Fürſten, daß die ganze franzöſiſche Armee dem gewiſſen Untergange geweiht ſei. Hierbei tauchten vielerlei Beſorgniſſe bei ihm auf, die ſeine Ge⸗ danken vollſtändig in Anſpruch nahmen, denn er dachte daran, daß, wenn der Krieg jetzt wirklich für die Ruſſen einen glücklichen Verlauf nehmen ſollte, derſelbe ſich leicht bis nach Preußen hinein und daher auch nach Ober⸗ ſchleſien ausdehnen könne. Seine eigenen Intereſſen traten in den Vordergrund und ließen ihn einſtweilen die Plane des Fürſten als Rebenſache erſcheinen, bis es dieſem gelang, ihn deßhalb mehr oder weniger zu beruhigen und ihn an ſein eigenes gegebenes Verſprechen zu erinnern. So abermals gedrängt, ſah er ſich genöthigt, der ihm übertragenen diplomatiſchen Sendung zu genügen, und