zugehört; es zuckte zuweilen über ſein Geſicht und er war einen kurzen Augenblick unſchlüſſig, ob er die Unart ſeines Wirthes nicht in gleicher Weiſe erwiedern ſollte. Dann nahmen ſeine Augen jedoch den gewohn⸗ ten, verſchleierten Blick an, um ſeinen Mund ſpielte wieder das bisherige unbeſtimmte Lächeln, und er ließ den Fürſten ruhig zu Ende ſprechen, ehe er darauf er⸗ wiederte.
Ich bin völlig mißverſtanden worden, ſagte er dann; Sie, verehrte Gräfin, welche meine Worte ſo ganz aus dem Zuſammenhange hinzuſtellen beliebten, könnten am
beſten wiſſen, daß ſie nicht in einem feindlichen Sinne
gegen Rußland geſagt waren, wie ſie der Herr Fürſt auf⸗ faßt. Daß Frankreich ein älterer Staat iſt, als Rußland, dürfte eine unbeſtreitbare Thatſache ſein; folglich muß es auch eine ältere und ruhmvollere Geſchichte haben. Es iſt fern von mir, in Abrede zu ſtellen, daß ſich darin einige dunkle, ſehr dunkle Blätter befinden, und dazu gehört namentlich unſere beklagenswerthe Revolution, wo alte, wohlerworbene Rechte, die heiligſten und ehrwürdigſten Ueberlieferungen der Vergangenheit, einem blutgierigen, raſenden Fanatismus zum Opfer fielen. Der Stand, welchem ich anzugehören die Ehre habe, der Adel Frank⸗ reichs, hat dadurch am meiſten gelitten, indem man die Meute des fanatiſirten Pöbels auf ihn gehetzt, ſeine


