Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 1. Theil (1865)
Entstehung
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mit der Ehrfurcht gegen Se. Majeſtät den Kaiſer verträgt, denn es iſt meine erſte Pflicht, eine offene und redliche Sprache zu führen, und ich würde erfreut ſein, wenn es mir gelänge, dieſen verderblichen Krieg von zwei Na⸗ tionen fern zu halten, die allen Anſpruch beſitzen, ſich gegenſeitig zu achten und in Freundſchaft mit einander zu verkehren.

Des Herzogs Mund umſchwebte ein ſpöttiſches Lä⸗ cheln, als er bald darauf ſchreibend in ſeinem Geſchäfts⸗ zimmer allein ſaß. Schon nach einer Stunde war er mit der ihm übertragenen Arbeit fertig und ſchien mit dem Ergebniſſe zufrieden, als er ſie nochmals aufmerkſam durchlas. Sie war ganz nach den erhaltenen Inſtructionen verfaßt, nur in einer Sprache, welche die Anſichten und Ueberzeugungen des Geſandten vielleicht mehr und rück⸗ ſichtsloſer durchblicken ließ, als es nöthig geweſen wäre, um den beabſichtigten Zweck zu erreichen, in einer Sprache, von welcher der Herzog annahm, daß Lauriſton ſie billige, wenn er ſie vielleicht auch ſelbſt nicht gebraucht haben würde, die jedoch die Eitelkeit und den Stolz Napoleon's leicht verletzen konnte. Wenn der Herzog den gleichen Zweck verfolgt hätte, wie der Geſandte, ſo würde er daſſelbe in anderer Weiſe geſchrieben haben.

Als Lauriſton den Entwurf durchlas, hatte er zwar den unbeſtimmten Eindruck, daß die Faſſung anders