Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 1. Theil (1865)
Entstehung
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überholend, gezogen von den edelſten, reich verzierten Pferden, welche meiſtens von bepelzten, langbärtigen Kutſchern gelenkt wurden; Tauſende von Fußgängern füllten die breiten Trottvirs, und unzählige Reiter, meiſt in der Uniform der Garde⸗Regimenter, ſprengten auf den Sfeitenwegen längs den Baumreihen dahin. Es war ein bewegtes, lebhaftes Treiben, denn ein Jeder, der irgend Muße hatte, befand ſich heute auf dem Newskvi⸗Proſpect. Selbſt der Hof hatte es nicht verſchmäht, das herrliche Wetter zu genießen, und der Schlitten des Kaiſers, als er raſch durch die Menge dahinflog, wurde uur kenntlich durch ſeine Einfachheit und durch die Bezeigung der Ehr⸗ furcht, welche ihm überall zu Theil wurde. Jeder Schlitten hielt ſtill, jeder Reiter machte Front, jeder Fuß⸗ gänger blieb unterwürfig grüßend ſtehen und viele warfen ſich auf die Erde, um ſo dem Zaren ihre Ehrfurcht zu bezeigen. Heiter und freundlich grüßend flog er dahin, der jugendlich ſchöne Zar, die Hand bewegte ſich unab⸗ läſſig zu dem Schirm ſeiner einfachen Militärmütze hinauf, ohne daß ſeine Blicke an dieſen Dankesbezeigungen einen beſonderen Antheil nahmen. Nur wenn er den Gruß ſchöner Frauen erwiederte, belebten ſich ſeine Augen und wandte ſich ſein Kopf zuweilen eine kurze Zeit nach dieſer oder jener Seite. Auf ſeinem Geſichte lag für den genauen Beohachter der Ausdruck der Abſpannung und