Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 1. Theil (1865)
Entstehung
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ein Opfer, das von ihr gar nicht einmal anerkannt wurde?

So und ähnlich waren die Gedanken in ihm in jenen trüben Stunden, wo der Spiegel ſeiner Seele durch die Einflüſterungen unlauterer Leidenſchaften getrübt wurde; ſie gingen vorüber, und das Bewußtſein, ſeine Pflicht er⸗ füllt zu haben, ließ ihn wieder ruhiger und mit ſich zu⸗ friedener werden; aber dieſes reſignirende Gefühl konnte dennoch den Kampf ſeiner Seele nicht zur Ruhe bringen.

Seine Gedanken zogen zu Margot. Sie zogen hin und her, verwirrten ſich auf dieſem Wege und ſtrebten vergeblich nach Klarheit, Feſtigkeit und Ruhe.

Abermals abſchreiben! Wieder ein Hinderniß, ein ſelbſtgeſchaffenes Hinderniß, für das er keinen anderen Beweggrund anzuführen hatte— als die Pflicht!

Würde ſie ihn gelten laſſen? Und wenn ſie es that, konnte er es wünſchen? Gab ſie dann nicht zu, daß eine andere Pflicht für ihn, eine Pflicht gegen ſie nicht beſtehe, wenigſtens nur in ſehr untergeordneter Weiſe? Er würde ſehr unglücklich ſein, wenn ſie dies thäte, und doch ver⸗ langte er es, mußte es verlangen, um ſeine Handlungs⸗ weiſe zu rechtfertigen!

Schon zwei Briefe hatte er geſchrieben und wieder vernichtet, endlich den dritten abgeſandt. Nie in ſeinem Leben war für ihn ein Brief ſo ſchwer zu ſchreiben gewe⸗