Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 1. Theil (1865)
Entstehung
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dow, iſt Fürſt und ein Millionär. Dieſe Thatſachen ſtehen feſt. Nun erhalte ich vorgeſtern einen Brief aus Petersburg, einen ſehr merkwürdigen, ſehr unerwarteten Brief— hier iſt er, leſen Sie ihn ſelbſt, er enthält weiter keine Geheimniſſe, als das eine, welches ich Ihnen be⸗ reits mitgetheilt habe, und iſt ſogar in deutſcher Sprache geſchrieben— artiger kann man kaum ſein.

Walther empfing den Brief aus der Hand des Grafen und las:„Hochgeſchätzter Herr Vetter! Sie werden er⸗ ſtaunt ſein, geehrter Herr Vetter, wenn Sie dieſen Brief leſen, und vielleicht kaum mehr wiſſen, daß ich, der Unter⸗ zeichnete, die Ehre habe, mit Ihnen verwandt zu ſein. Es iſt dies jedoch dennoch der Fall, denn als mein Großvater im Jahre 1740 hieher nach Rußland kam— er führte damals den Namen von Randel— war er mit einem Fräulein von Wüllen verheirathet, der Schweſter Dero Frau Großmutter. Sie werden dies aus Ihrem Stamm⸗ baume genau erſehen. Mein Vater, welcher ſich unter der großen Kaiſerin Katharina im Türkenkriege ruhmvoll auszeichnete, wurde in den Fürſtenſtand erhoben und zu⸗ gleich mit einer dieſem Range angemeſſenen Dotation be⸗ gnadigt. Er erhielt den Namen eines Fürſten von Bo⸗ ridow, und da ich ſpäter, nachdem er ſich mit einer Fürſtin Arborowa verheirathet hatte, im Jahre 1760 das Licht der Welt erblickte, ſo bin ich, der Fürſt von Boridow,