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Ich weiß nicht, was Du damit ſagen willſt, erwie⸗ derte Walther, der plötzlich ſehr ernſt gewor en war; ich danke Gott, daß das drückende Gefühl von mir genommen
iſt, ich hätte mich in dieſem unſchuldsvollen Kinde irren
können und auch ſie wäre nichts als ein gewöhnliches Weſen, welches die zufällig geänderten Verhältniſſe eben⸗ falls leicht geändert hätten. Die Ungewißheit darüber war ganz dazu angethan, überhaupt jedes Vertrauen an die Menſchheit bei mir in Zweifel zu ſtellen.
Es freut mich, ſagte Alfred jetzt ebenfalls ernſt, daß Du dieſes Vertrauen wieder erlangt haſt; aber wenn ich Dir einen Rath ertheilen darf, ſo begnüge Dich mit dieſem Gewinne, lieber Freund, und vergiß dabei nicht, daß die Verhältniſſe ſich ſo geändert haben, um das Wiederaufle⸗ ben weiterer Hoffnungen und Wünſche unmöglich zu machen.
Wer ſagt Dir, daß ich ſolche Hoffnungen und
Wünſche hege?
Das ſagt mir Niemand, erwiederte Alfred, aber Du warſt von jeher ein wenig Schwärmer und Phantaſt.
Die Zeiten ſind vorüber, und um Dir den Beweis zu geben, daß dem ſo iſt, ſprechen wir nicht mehr von die⸗ ſen Dingen.
Auch an dieſem Tage ging Walther Abends nicht auf das Schloß. Er hatte Hedwig, ſeit er die Briefe er⸗ halten, noch nicht geſprochen, und empfand eine gewiſſe


