Teil eines Werkes 
4. Theil (1864)
Entstehung
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gen nicht widerſtehen, beide Briefe ſogleich zu beantworten, es kam ihm wie ein Verrath vor, länger damit zu zögern. Welches lang erſehnte, lang entbehrte Glück erfüllte ſeine Seele, als er endlich wieder an Margot ſchreiben konnte, ſchreiben, ohne einen Vorwurf gegen ſie in ſeinem Herzen, vielmehr mit dem freudigen Bewußtſein, die eigene Schuld ihr abbitten zu müſſen! Denn die wahre Liebe iſt immer bereit und willig, bei einem Zerwürfniſſe mit dem gelieb⸗ ten Gegenſtande die Schuld auf ſich ſelbſt zu nehmen, und nur wenn ſie dies nicht kann, fühlt ſie ſich verletzt und ge⸗ kränkt.

Ddie aufgehende Sonne fand ihn noch am Schreib⸗ tiſche, und eine Stunde ſpäter ſaß er ſchon zu Pferde und ritt im raſchen Trabe davon.

Unwillkürlich fiel ſein Blick auf Hedwig's Fenſter, und er wurde faſt beſtürzt, als er ſie daran ſtehen und ihm freundlich zuwinken ſah. Er konnte ihren Gruß nur aus der Ferne erwiedern, denn er war nicht, wie er in den letzten Tagen gethan, unter ihrem Fenſter vorbeigeritten, und jetzt, als ſie ihm ſo freundlich zuwinkte, fühlte er, wie das Blut ihm ſtärker nach dem Herzen ſtrömte.

Es war aber nicht die Freude, welche dieſes Gefühl in ihm hervorrief, er wußte ſelbſt nicht, woher es kam und weshalb er heute ſich ſo ſchnell wieder von dieſer verlocken⸗ den Erſcheinung abwandte, die ihm noch lange nachblickte. Er preßte die Hand unwillkürlich auf die Stelle ſeines