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Fünfzehntes Capitel.
Es möchte ſchwer ſein, die Empfindungen Walther's zu ſchildern, nachdem er die Briefe Margot's und Weh⸗ ring's geleſen hatte. Natürlich las er Margot's Brief nun noch einmal, wir glauben ſogar, daß es noch öfter ge⸗ ſchah. Der Schlaf floh ſeine Augen, wie immer, wenn unſer inneres Empfinden ungewöhnlich erregt iſt und un⸗ ſere Gedanken ſich mit Bildern der Vergangenheit oder der Zukunft beſchäftigen. Bei ihm aber wogten dieſe Bilder in raſcher Folge hin und her. Die Tage der Fich⸗ tenau, alle jene Stunden, welche er gemeinſam mit ihr zuge⸗ bracht, wurden wieder lebendig, und die Erinnerung ver⸗ ſchönte ſie noch mit ihrem duftigen Schleier— aber auch die Hoffnungen, die er gehegt und denen er ſpäter in ſchmerzvoller Reſignation entſagt, umgaukelten ihn, und ſeine leicht erregbare Phantaſie ließ ihre Gebilde in neuen, glänzenden Farben erſtehen.— Er konnte dem Verlan⸗


