Sie ſchlug jetzt die ihrigen auf und blickte wie prü⸗ fend in dem Zimmer umher. Biſt Du es wirklich, Raoul? flüſterte ſie— iſt es keine Täuſchung?— Du lebſt— Du lebſt? rief ſie dann mit dem Ausdrucke der höchſten, ſchrankenloſeſten Freude— Du bift nicht todt— ich habe Dich wieder, Dich, Dich, meinen theuren, geliebten Bruder!
Sie umſchlang ihn bei dieſen Worten mit faſt wil⸗ dem Ungeſtüm, preßte ihn feſt an ſich, und dann ſanken ihre Arme herab,— und wenn er nicht zu ihr geſprochen mit Worten der Liebe und Beruhigung, ſie wäre nochmals ohnmächtig geworden.
Ahmählig vermochte ſie ſich zu faſſen und ſich in die Größe dieſes unerwarteten Glückes zu finden; dann erſt kam es zu beiderſeitigen Fragen und Antworten.
Ich war die ganze Zeit hindurch in ſpaniſcher Gefan⸗ genſchaft, erzählte er; faſt durch ein Wunder bin ich dem Tode entgangen— ich erzähle Dir das Alles ſpäter— ich habe viel leiden müſſen und mir oft den Tod gewünſcht — aber es iſt überſtanden— ich bin wieder frei, bin wie⸗ der in Frankreich und wieder bei Dir, mein liebes Schwe⸗ ſterchen, das plötzlich hier iſt, hier in Paris, im Hauſe der Eltern, wie damals, als wir noch Kinder waren!
Ach, Raoul, ſagte ſie, ich kann mein Glück noch immer nicht faſſen! Sie haben mich holen lo ſe
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