Teil eines Werkes 
3. Theil (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

236

klares Gefühl treibt, der dann aber nicht mehr ungeſchehen gemacht werden könnte. Brich' vor Allem, ſetzte ſie ernſt hinzu, gänzlich mit Deiner Vergangenheit, die, wie ich weiß, noch immer in Deinem Kopfe oder Herzen ihr Weſen treibt. Vergiß es keinen Augenblick, daß Du jetzt die Marguiſe de Beaumont biſt und nicht das eltern⸗ und heimathloſe Kind, welches eine Zuflucht in der Fichtenau gefunden. Jene Leute haben nichts mehr mit Dir zu ſchaffen, auch in Dei⸗ nen Erinnerungen nicht, denn ſie haben Dich längſt ver⸗ geſſen die Marquiſe de Beaumont exiſtirt für ſie nicht mehr. Es iſt ſo ſonſt würde wenigſtens Einer Deiner Briefe beantwortet worden ſein. Daraus, daß dies nicht geſchehen, ſollteſt Du längſt erkannt haben, was ihr Schwei⸗ gen richtig ausdrückt: Vergiß uns, denke nicht mehr an uns, der Zufall hat uns eine Zeit lang zuſammengeführt fortan kann, ſelbſt in der Erinnerung, keine Gemeinſchaft mehr zwiſchen uns ſein!

Margot war bei den letzten Worten ihrer Mutter ſehr blaß geworden, und dieſe erkannte mit innerer Befriedi⸗ gung, daß ſie den wunden Fleck in dem Herzen ihrer Toch⸗ ter berührt habe.

Folge dem Rathe Deiner Mutter, fuhr ſie jetzt mit ſanfter und ſchmeichelnder Stimme fort, indem ſie Mar⸗ got's Hand ergriff, wir haben ja keinen anderen Wunſch, als Dein Glück. Daran wirſt und darfſt Du nicht zwei⸗ feln, duz gehe mit Dir zu Rathe, mein Kind. Du ſollſt