Teil eines Werkes 
3. Theil (1864)
Entstehung
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Geſchichte des Kaiſerſtaates vierzig Jahre geleitet und gelenkt hat, Marie Louiſe nach Paris begleitet und als außerordentlicher Geſandter dort geblieben war, wenige Wochen nach der Vermählung Napoleon's dieſen zu ſprechen wünſchte, ſagte er zu ihm, indem er ihn in das Zimmer der Kaiſerin führte:

Ueberzeugen Sie Sich ſelbſt, wie unglücklich Ihre junge Erzherzogin iſt, und namentlich in welcher beſtän⸗ digen Furcht ſie ihr Leben hinbringt. Ich laſſe Sie allein mit Madame, Sie wird ſich offen ausſprechen; Sie kön⸗ nen ihre Klagen anhören und dieſelben dem Kaiſer Franz, ihrem Vater berichten.

Marie Louiſe ſchien aber keineswegs unglücklich, ſie war munter und fröhlich und ſagte mit mehr Geiſt, als ſie in der Regel blicken ließ: Man glaubt in Wien wahr⸗ ſcheinlich, daß ich mich vor meinem furchtbaren Gemahl ſehr fürchte; aber ſagen Sie meinen Landsleuten, daß er mehr Furcht vor mir hat, als ich vor ihm.

Erſt nach einer Stunde unterbrach Napoleon dieſes Zwiegeſpräch ſeiner Frau mit dem Geſandten ihres Vaters, indem er, nicht ohne vorher anzuklopfen, wieder in das Zimmer trat.

Nun, fragte er mit dem ihm eigenen, gewinnenden Lächeln, hat Ihnen Madame Alles erzählt? Hat ſie ihr Herz ausgeſchüttet? Iſt dieſe Che ſehr beklagenswerth hinſichtlich des Glückes der Frau, die man mir anvertraut