———
10
fuhr er verbindlich fort, und beſonders glücktich, den Sie mit Sehnſucht erwartenden Eltern eine ſo ſchöne und liebens⸗ würdige Tochter, die ſie ſo lange als verloren beweint haben, zurückführen zu können. Erlauben Sie mir jetzt, Ihnen dieſen Brief zu überreichen, in welchem Ihre Eltern den Gefühlen ihres Herzens ſelbſt Worte verleihen.
Margot nahm mit zitternder Hand den Brief in
Empfang, ohne ihn zu öffnen.
Der Herr Marquis, fuhr Jener fort, war, als er endlich die Gewißheit hatte, ſo freudig bewegt, daß man bei ſeinem Alter ernſtliche Beſorgniſſe für ſeine Geſund⸗
heit hegen mußte. Es hielt ſehr ſchwer, ihn von der Aus⸗
führung ſeines Vorſatzes, ſelbſt hieher zu reiſen, abzubrin⸗ gen, und er willigte endlich mit großem Widerſtreben darein, ſtatt ſelbſt zu kommen, einen Andern zu ſenden und ſo das Glück, ſeine Tochter umarmen zu können, um kurze Zeit verzögert zu ſehen.— Lebt das Bild Ihres Herrn Vaters noch in Ihrer Erinnerung, mein Fräulein? fragte er, als Margot ohne eine Erwiederung mit niedergeſchla⸗
genen Augen verharrte— der Herr Marquis hat mir auf⸗ getragen, Ihrem Gedächtniſſe zu Hülfe zu kommen und
Sie an einen ſchönen, großen Garten zu erinnern, in wel⸗ chem Sie Ihr Herr Bruder oft in einem Kinderwagen herumgefahren habe, gefolgt von Ihrem Herrn Vater, welcher beſorgt war, die Wildheit des Knaben könne Sie
beſchädigen. Erinnern Sie Sich deſſen vielleicht noch?
—


