Teil eines Werkes 
3. Theil (1864)
Entstehung
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6 Geraubt O, glaubt das nicht, Herr Viorne hat mich nicht geraubt denn er liebte mich, wenn auch anders nein, nein, ich bin keine Marquiſe meine guten Eltern ſind todt Herr Viorne hat mir dies oft geſagt, Nie⸗ mand 5 mich zwingen, Euch zu verlaſſen, Niemand!

Deine Eltern ſind nicht todt und haben erſt durch Deinen Bruder, jenen Officier, der im vorigen Jahre hier war, Deinen Aufenthalt erfahren.

Ravul? fragte ſie, indem der Widerſchein einer ſchwachen Freude über ihr Geſicht zuckte iſt er mein Bruder?

Er iſt Dein Bruder, mein Kind, auch ihn wirſt Du wiederſehen, und nun höre mich ruhig bis zu Ende an mache es mir nicht zu ſchwer, Dir dies Alles ſagen zu müſſen.

Sie richtete ihre thränenerfüllten Augen auf ihn und hörte ſeiner Mittheilung zu, ohne ihn zu unterbrechen

bis er geendet hatte.

Alſo jener alte, freundliche Mann, der immer ſo lie⸗ bevoll gegen mich war und mich ſo oft geküßt hat wäre mein Vater, ſprach ſie dann leiſe vor ſich hin jene ſtolze, hohe Frau, vor der ich mich ſtets gefürchtet meine Muter? Aber wenn ſie mich wirklich lieb haben, dieſe meine neuen Eltern, fuhr ſie wieder leidenſchaftlich fort, ſo werden ſie nicht ſo grauſam ſein, mich von Euch zu trennen, das können, das dürfen ſie nicht! Sie würden