ſamen Vaterlandes recht lebendig in ihm wird; erſt dann
verſchwinden die kleinlichen Sonderintereſſen, welche, nach
dem auf Deutſchland ruhenden alten Fluche, ſeine Bruder⸗ ſtämme trennen und ihre Kraft und Macht lähmen; dann erwacht in ihnen das Verlangen der Einigung, das Stre⸗ ben, Ein Volk, das mächtigſte der Erde zu ſein— aber wenn das Ziel erreicht, das Joch der Fremden abgeſchüt⸗ telt, die Freiheit errungen, der graue, einfarbige Krieger⸗ mantel ausgezogen iſt, dann läßt ſich das große, ſtarke Volk wieder die alten Weiſen vorſingen, bei denen es ſorg⸗
los einſchlummert, um bei dem Erwachen mit dem gewohn⸗
ten buntfarbigen Kinderſpielzeuge fortzuſpielen und dabei zu plaudern, wie ſchön die Einigkeit geweſen, daß nur in ihr Heil liege, aber Heſſen doch einmal nicht Preußen, Württemberg nicht Baiern und Sachſen nicht Oeſterreich, kurz, Deutſchland nicht Ein Reich ſein könne, ſondern ein jedes Ländchen zuerſt vor Allem das, was es ſei, und ne⸗ benbei auch noch Deutſchland!—
Doch wir verfallen in denſelben Fehler, den des Re⸗
dens und Klagens um unabänderliche Dinge; was wir ge⸗ ſagt haben und noch ſagen könnten, weiß ein Jeder,„ſo weit die deutſche Zunge klingt,“ und obgleich ein Jeder es weiß, bleibt es doch wie es iſt, und wird auch wohl noch lange oder immer ſo bleiben!
Der Tag, welcher mit einem ſo trüben, regneriſchen Morgen begann, fiel in das Ende des Juli im Jahre 1809
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