—
———
———
————
——
——
——
8
So weit ſind wir endlich gekommen: der König muß den Gehorſam ſeiner Armee erwarten! Nun werden dem Könige hoffentlich endlich die Augen aufgehen, und er wird eingeſehen haben, wohin dieſe verderblichen Neue⸗ rungen führen müſſen.
Sie urtheilen wieder ſehr hart und lieblos, bemerkte die Frau von Saldern in ruhigem Tone, Sie ſollten in den Zeitumſtänden wenigſtens eine Entſchuldigung für die That des Majors von Schill finden.
Ich verbitte mir, dergleichen hochverrätheriſche An⸗ ſichten in meinem Hauſe auszuſprechen! fuhr der Frei⸗ herr im höchſten Zorne auf; keine Zeitumſtände können einen Soldaten entſchuldigen, wenn er gegen ſeinen König und Herrn zum Verräther wird.
Dafür werden Sie doch gewiß ſelbſt den Major von
Schill nicht erklären?
Dafür erkläre ich ihn und will hier keine andere Er⸗ klärung dulden, verſtehen Sie mich, Frau von Saldern! rief er mit erhöhter Stimme, indem er ſich dicht vor ſie hinſtellte und ſie mit funkelnden Augen anblickte.
Dieſe, an derartige Zornausbrüche bereits gewöhnt und davon wenig eingeſchüchtert, erwiederte mit völliger Ruhe: Warum ereifern Sie ſich ſo ſehr? Sie wiſſen ja, daß Sie dadurch meine Ueberzeugung doch nicht ändern.
So? bemerkte der Freihert; daran iſt mir auch ſehr
wenig gelegen. Wie denkſt du darüber, Lieſel? fragte
er dann plötzlich.


