Erſtes Kapitel.
Aspern.
Sowohl im Leben der einzelnen Menſchen, als in dem⸗ jenigen ganzer Völker bewegt ſich das Rad der Zeit nicht in gleichmäßiger Weiſe. Die Minuten, die Stunden, die Tage ſind zwar, nach der Uhr gemeſſen, immer von derſelben Länge, aber ſehr verſchieden nach ihrem Werthe und nach dem Einfluſſe, den ſie auf unſer ganzes Da⸗ ſein ausüben. Lange rollen ſie ſich gleichmäßig ab, ſo wenig verſchieden, daß die Erinnerung Mühe hat, die einzelnen Fäden dieſes glatten Zeitgewebes von einander zu ſondern; dann bringt oft wieder ein einziger kurzer Augenblick Ereigniſſe von ſo gewaltiger und nachhaltiger Wirkung, daß ſie uns, mit oder ohne unſeren Willen, ergreifen, emporheben oder hinabſchlendern, für unſer ganzes Leben beglücken, oder für unſer ganzes Leben ver⸗ nichten.
uſtav vom See, Vor fünfzig Jahren MI. 1


