Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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nicht geglaubt, daß du eine ſolche Schwärmerin ſein könnteſt. Warum ſollen wir Kaufleute nicht von den politiſchen Konjunkturen Nutzen ziehen? Das bringt unſer Geſchäft ſo mit ſich, und um Weiteres handelt es ſich nicht.

Es mag bei dir der Fall ſein, wiewohl ich wünſchte, auch dies wäre nicht ſo, aber bei ihm iſt es ganz an⸗ ders. Hat er dich zum Mitwiſſer ſeiner eigentlichen Pläne gemacht? Gewiß nicht. Er iſt ein ſchlauer, ge⸗ wiſſenloſer Mann, der dich nur gebraucht zur Erreichung ſeiner Zwecke.

Roſe! welch' ſchonungsloſes Urtheil! Was berechtigt dich

Einem ſolchen Manne, fuhr ſie leidenſchaftlich fort, ohne ſeine Unterbrechung zu beachten, einem ſolchen Manne willſt du mich, dein Weib, dein höchſtes Gut, wie du mich ſo oft genannt, anvertrauen...

Du ſcheinſt ſelbſt zu fühlen, daß du dich kindiſchen und ganz unnöthigen Beſorgniſſen hingiebſt, ſagte er,

als ſie plötzlich ſchwieg, und er ihre Hand leiſe in der

ſeinigen zittern fühlte. Woher kommt dir dieſes unbe⸗ gründete Mißtrauen? ſetzte er, ſie mit forſchenden Blicken betrach'end, hinzu.

Va mußt Nachſicht mit mir haben, geliebter Bern⸗ hard, flüſterte ſie mit kaum hörbarer Stimme, indem ſie ihre Arme um ſeinen Hals ſchlang und ihr Geſicht tief erröthend an ſeine Schulter legte ich darf jetzt auch