Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14 Dies iſt der letzte Todesſtoß für den Adel! ſagte e

dann, mehr mit ſich ſelbſt ſprechend; unſere Güter wer⸗

den jetzt in die Hände von nichtswürdigen Spekulanten kommen, Juden und Wucherer werden uns vertreiben aus den Wohnungen, welche unſere Familien Jahrhun derte lang beſeſſen. Das iſt der Dank dafür, daß wir ſtets und zu jeder Stunde bereit geweſen ſind, Gut und Blut für den König und das Vaterland zu opfern!...

Haben aber wenig genützt, dieſe Opfer, bemerkte der Rentier, indem er ſeine beiden Hände in die Hoſentaſchen ſteckte. Der König hat's eingeſehen, daß das Säbelſchlei⸗ fen vor dem Palais des franzöſiſchen Geſandten und die brutale Anmaßung des Adels und beſonders der Herren Offiziers keine Schlachten gewinnen, und daß Renommage das gerade Gegentheil von Courage iſt. Will's nun mit dem Bürger und dem Bauer verſuchen, will's ma⸗ chen wie der große Napoleon, der gar keinen Adel hat und alle Könige mit ihrem Adel in die Pfanne ſchlägt! Ja, ja, und der Stein macht's, an dem Stein hat der König endlich den rechten Mann gefunden!

Die Stirnader des Freiherrn war feuerroth gewor⸗

den, ein untrügliches Zeichen, daß das Gewitter de

Zornes dem Ausbruche ganz nahe war.

Wenn unſer verblendeter König, ſagte er danin, 1

dem er den Rentier mit einem Blicke anſah, daß d

unwillkürlich ſich der Thür näherte, wenn unſer verl

deter Monarch eine Ahnung davon hätte, auf .*