Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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Wir führen den Leſer in der Mitte des Oktober jenes unglücklichen Jahres zurück nach Schönberg auf das Gut des Freiherrn von Wallingen. Wie hatte ein einziger Sommer dieſen freundlichen Landſitz verändert! Der kalte, mit Regen vermiſchte Herbſtwind fuhr ungehindert durch die halbzerſtörten, leer ſtehenden Wirthſchaftsgebäude. In keinem einzigen Stalle befand ſich ein Stück Vieh. Die bedeutende, mit ſo vielem Fleiße veredelte Schafheerde, das ſorgfältig gezogene Rindvieh, die ſchönen Pferde Alles verſchwunden. Die Scheunen, aus denen ſonſt in dieſer Jahreszeit der muntere Schall des Dreſchers takt⸗ gemäß ertönte, ſtanden leer und öde, keine Garbe war darin aufgebanſt, die Thore waren ausgeriſſen und als Feuerungsmaterial verbraucht, von allem lebenden Vieh war Nichts übrig geblieben, als ein alter, halbverhun⸗ gerter Hofhund und ein ſchwarzer Hahn, welcher jeden⸗ falls auf eine unerklärliche Weiſe dem Geſchicke ſeiner übrigen Hofesgenoſſen entgangen war.

Die Felder ſtanden wüſt und unbebaut womit und von wem ſollte die Beſtellung vorgenommen wer⸗ den? Das zierliche und mit faſt übertriebener Sorgfalt erhaltene Wohnhaus(denn der Freiherr legte darauf und auf ſeinen Blumengarten einen beſonderen Werth) ſah einer wüſten, halb zerſtörten Schenke ähnlich; die Möbel waren zerbrochen und beſchmutzt, die Wände durch den rückſichtsloſeſten Gebrauch oder durch muthwillige Zerſtö⸗ rung verunreinigt kurz, das Ganze glich nur zu ſehr