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Das nicht, weil man mich an Enthaltſamkeit und auch an das Schweigen gewöhnt hat. Sie glauben gar nicht, wie wohlthätig ſolche einſame Haft wirkt. Für viele Menſchen würde ſie ein wahrer Gewinn ſein. Die hohe Obrigkeit iſt in ſolchen Dingen noch lange nicht vorſorglich genug. Es laufen ſo Viele herum, beſonders von denen, welche zu befehlen oder zu verſchwenden haben, die ſollte man immer der Reihe nach ab und zu eine Zeit lang einſperren— es würde Manches beſſer wer⸗ den! Glauben Sie mir, es kommen einem da ganz eigen⸗ thümliche, ſonderbare Gedanken, wenn man ſo nur auf ſich ſelbſt und auf vier nackte Wände angewieſen iſt.
Zuerſt iſt man noch wild und verlangt nach der Befrie⸗
digung ſeiner alten Leidenſchaften, dann wird man mürbe, wie ein Stück Eis, über welches der Frühlingswind ſtreicht— man kommt ſich aber auch eben ſo ſchmutzig vor— dann wird man milde, immer milder. Die Menſchen kommen einem nicht mehr ſo erbärmlich vor, weil die innere, eigene Erbärmlichkeit, als die einzige Geſellſchafterin, immer ſichtbarer und anſchaulicher wird! — Ja, ja, Sie werden mich auslachen, Herr von Ven⸗ ner, aber ich hatte im Gefängniſſe Stunden, wo ich ſelbſt an jenen franzöſiſchen Schuft, den ich zum Hauſe hin⸗ ausgeworfen, ohne Haß und Bitterkeit denken konnte— leider bin ich in dieſer Beziehung ſchon wieder rückfällig und erkenne, daß man mich noch nicht lange genug ein⸗ geſperrt hat.
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