Teil eines Werkes 
2. Band (1866)
Entstehung
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Fieberhitze, die der Durſt in ſeine Adern goß, die konnte ſelbſt die Nacht nicht kühlen, und als die Sonne ſich neigte und die Dämmerung ihre ſchauerlichen Schat⸗ ten wieder über das Meer breitete, ſteigerte ſich die Unruhe, die unheimliche Glut in Harry's Körper nur noch mehr. Bis jetzt hatten ſeine jugendlichen Kräfte in der Aufregung der Gefahr alle Müdigkeit von ihm fern gehalten, als aber die Nacht ihren Mantel dichter um ihn zog, wurden ihm die Lider ſchwer und der Schlaf wollte ihn gewaltſam in die Arme ſchließen. Er wankte hin und her auf dem Brete, obgleich links und rechts der Tod ihn angähnte, mit aller Kraft klammerte er ſeine Hände an die Bohle feſt und hielt mit Gewalt die Augen weit geöffnet. Immer aber nickte er wieder zuſammen, die Augen fielen ihm zu und er bekam das Uebergewicht nach der einen oder andern Seite. Dann fuhr er entſetzt in die Höhe und ſuchte das Gleichgewicht wieder zu halten. So verbrachte er die Nacht mit immer größerer Anſtrengung, nach und nach ſtellte ſich ein Zuſtand zwiſchen Wachen und Schla⸗ fen bei ihm ein er ſchlief mit halb offenen Augen, und

der Gedanke, daß er nicht ſchlafen dürfe, hielt halb die

Beſinnung in ihm zurück. Es war ein übernatürlicher Kampf, den er focht, und in ſeinem Halbtraume ſehnte er ſich nach der Sonne, die ihm helfen ſollte, wach zu