Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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Bild von Gemeinheit und Trug in den finſtern Hinter⸗ grund ihrer Fantaſie. Nun geſtand ſie es ſich unver⸗ holen, daß dieſer Mann, der jetzt ſo achtungswerth und hoch vor ihrem Geiſte ſtand, dem Bilde entſprach, welches ihre Jugendträume ihr von ihrem dereinſtigen Gatten vorgezaubert hatten. Wäre er ihr Begleiter durchs Leben geworden, nach welchem Himmel hätte ſie ſich dann noch ſehnen können! Er war ſo gut, ſo liebevoll, ſo erkenntlich, ſo zart und aufmerkſam, ſo beſcheiden und ſo anſtändig in jedem Wort, jedem Blick, jeder Bewegung, und welch mächtiges edeles Gefühl ſprach aus jedem Tone, den er zu ihr herüber⸗ ſandte. Ja, ſie wußte es, daß er ihres Schmerzes wegen dieſe Zaubertöne ſchuf, damit dieſelben lindernd, tröſtend und beſänftigend, wie Balſam in ihr krankes Herz dringen ſollten. Hätte Elviſe doch in dieſem Augenblick die eiſernen Banden, die ſie an Ralph feſſelten, zerſprengen können! Der letzte Ton der Sai⸗ ten verhallte, Alles war ruhig und ſtill um Elviſe, nur in ihr ſelbſt konnte der Seelenfrieden noch keine Stätte finden, während die Nacht Ruhe über die Erde verbreitete. Gefühle waren in ihrer Bruſt geboren, die ihr bis jetzt fremd geblieben, von denen ſie ſich keine Rechenſchaft zu geben wagte, und die zu mächtig waren, als daß ihre Vernunft, ihr Wille ſie augen⸗ blicklich hätte bemeiſtern können. In ihrer erhitzten Fantaſie ſah ſie Glück und Seligkeit vor ſich erglänzen,