Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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er an Elviſe, und zehn Tage ſpäter wurde derſelben dieſes Schreiben durch Guy überbracht, der regel⸗ mäßig einige Male in der Woche nach der nächſten Poſtoffice ritt, um ſich dort nach Briefen und Zei⸗ tungen für ſeine Herrſchaft zu befragen.

Es war Abend, der nahe Wald hielt die Abſchieds⸗ ſtrahlen der Sonne von der Rückſeite des Gaſthauſes ab, an welcher eine dichte Laube von immerblühenden Rankenroſen angelehnt ſtand.

Hier ſaß Elviſe mit ihrem Kinde auf dem Schvoße, und ihr Herz war doppelt glücklich bewegt. Es war heute der Geburtstag ihres Knaben, und heute hatte Montelard, der Elviſen gegenüber ſaß, zum erſten Male es gewagt, ſich heraus in das Freie zu begeben.

Wohl waren mit dem Erſcheinen dieſes Tages die Thränen, welche Elviſe ſeit einem Jahre vergoſſen

hatte, ihr vor die Seele getreten, das ungemeſſene

Glück aber, welches ihr der Beſitz ihres Kindes ge⸗ ſpendet, verwiſchte bald in ihrer Erinnerung das auf⸗ tauchende Bild trauriger Vergangenheit. Wie einen Schutzengel drückte ſie ihren kleinen Tom gegen ihr Herz und ſagte ſich im Hinblick auf den vom Tode auferſtandenen bleichen Mann vor ihr, daß ſie durch die Wohlthaten, die ſie dieſem erzeigt habe, das Glück an ihrem Kinde verdiene.