Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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und machte mit aller Zuverſicht den Eltern Hoffnung auf Beruhigung und Faſſung ihres Kindes. Gern und mit Freuden gaben ſich dieſe den Tröſtungen des Freundes hin und vermieden ſorgfältig, die regungs⸗ loſe Melanie in ihrer dumpfen Abgeſpanntheit zu ſtören. Doch verließen ſie dieſelbe nicht, und die Dämmerung hatte ſich ſchon durch das kleine Stübchen verbreitet, als abermals der befreundete Arzt leiſen Trittes eintrat und einen fragenden Blick auf die Eltern und ihr immer noch ſtumm daſitzendes Kind warf.

Plötzlich fing Melanie leiſe zu ſingen an, indem ſich ihre Züge erheiterten und ihre Hände mit dem Saum ihres Kleides ſpielten, auf welchen ſie nieder⸗ blickte. Entſetzt ſchauten ſich Vater und Mutter und der Arzt an und hefteten ihre Augen dann wieder auf die Singende, Keines von ihnen wagte ein Wort, ein kalter Schauder aber überrieſelte ſie Alle.

Endlich trat der Arzt zu Melanie, nannte ſie bei ihrem Namen und legte zutraulich ſeine Hand auf ihren Arm. Kaum hatte er denſelben aber berührt, als die Unglückliche entſetzt vor ihm zurückfuhr, ihn von ſich ſtieß, mit größter Heftigkeit ihre ſeidene Schürze erfaßte und mit aller Anſtrengung den Fleck auf ihrem Arme rieb, den ſeine Hand berührt hatte.

Die Leidenſchaftlichkeit, die ſo plötzlich in ihren Augen aufloderte, entwich denſelben aber nach und nach wieder, wie wenn Schlummer ſich über die