der Jungfrau, ſeine Linke auf ihre Bruſt und drückte ſie rückwärts hinab, bis die Fluth ſich über ihr ſchloß. Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geiſtes taufte er ſie und hob ſie ſündenrein wieder aus dem Waſſer empor. Mehrere der Gemeindemit⸗ glieder halfen ihr, das Eis zu beſteigen, und ihre Mutter und Freundinnen führten ſie eilig in eine nahe am Ufer ſtehende, geheizte Hütte, damit ſie ſchnellmöglichſt ihre naſſe Kleidung gegen trockene ver⸗ tauſchen konnte.
Das Beiſpiel machte die andern Taufluſtigen kühn, eine zweite entſchloſſene Jungfrau ſank auf dem Arm des Geiſtlichen in die Fluth, und über ein halbes Dutzend war ſchon, von Sünden gereinigt, aus dem
Waſſer emporgeſtiegen, als eine große, kräftige Tochter vom Lande mit friſchrothen Wangen ſich dem ver⸗ hängnißvollen Eisrande nahte und in die Strömung hinabſprang.
Der Täufer empfing ſie mit Begeiſterung in ſeinem zitternden Arme, er ließ ſie rücklings in die Fluth hinab, ſie ſank, das rauſchende Waſſer ſchloß ſich über ihr, der Geiſtliche neigte ſich, wie hinabgezogen, tiefer und tiefer, man ſah ein augenblickliches, verzweifeltes Ringen, dann hob er ſeine lange Geſtalt allein über dem Eis empor, faltete ſeine Hände auf der Bruſt und ſagte zu der entſetzten Gemeinde:


