Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

42

Nimm ein Kind von ihnen, erziehe und pflege es, wie Du ein junges Fohlen mit Sorgfalt erziehſt und pflegſt, und Du wirſt einen begabten, vielleicht ſehr begabten Menſchen erhalten, ausgerüſtet mit all' den guten Eigenſchaften und Fähigkeiten, die Du an ſeinen verwahrloſ'ten Eltern ver⸗ miſſeſt.

Anders wie ſie wird er vielleicht werden, aber er bleibt doch, was er iſt. Das Junge eines Hofhundes wird nie⸗ mals ein Jagdhund, das Fohlen eines Karrengaules kein Vollblut, und ein Kind dieſer Halbmenſchen niemals ein hervorragender Menſch— es liegt in der Race!

Und doch lehrt die Geſchichte, daß die begabteſten Menſchen faſt niemals eben ſo begabte Eltern gehabt haben.

Das iſt auch nicht nöthig— aber wir wollen hier hinüber, fuhr ſie fort, ihr Pferd wendend, drüben auf der Anhöhe finden wir vielleicht einige Haſen.

Der breite und tiefe Graben, welcher die Straße von den anſtoßenden Feldern trennte, wurde mit einem kühnen Satze überſprungen, und dann ritten Beide auf der Haide in geſtrecktem Galopp weiter. Nach einiger Zeit ſahen ſie eines von jenen unglücklichen Thieren, welche ſo viele Feinde und ſo wenige Freunde beſitzen, ſich aus ſeinem Lager er⸗ heben und in eiliger Flucht das Weite ſuchen.

Kopple den Hektor los! rief das Mädchen jetzt, von der Aufregung der Jagd ergriffen, dem Reitknechte zu, nicht