Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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die nächſte Umgebung und auch auf die fernen Gebirge genoß.

Es war, wie bereits bemerkt, ein ſchöner, klarer, etwas kühler Morgen. Durch die friſche, balſamiſche Luft zogen die erſten Schwingungen des kommenden Herbſtes, das Laub hatte ſich dunkler gefärbt und die Natur prangte in der vollen üppigen Kraft ihres gereifteren Daſeins. Alfred ſchritt langſam durch die gut unterhaltenen Kriegs⸗ wege des weitläufigen Parkes, aber er richtete weder auf die Gruppen der hohen Bäume, deren verſchiedenartiges Laub maleriſch in einander floß, noch auf die Durchſichten, welche ſich hier und da über kurzgeſchorene Wieſenteppiche hinaus auf die fernen, blauen Gebirgszüge eröffneten, ſein Auge, er ſuchte einen anderen Gegenſtand, den er endlich auch erblickte. Hedwig ſaß auf einer kleinen, einfachen Moosbank am Fuße einer hohen, breitäſtigen alten Eiche, in das Leſen eines Buches vertieft. Unwillkürlich blieb er ſtehen, von ihrem Anbticke gefeſſelt.

Ein dunkles, bis zum Halſe hinaufgehendes Kleid umſchloß ihre hohe, ſchlanke Geſtalt, welche ſich von dem lichten Hintergrunde des Himmels maleriſch abzeichnete, ihre Augen waren von den langen, ſeidenen Wimpern ver⸗ deckt, aber auf ihrem ſchönen, edlen Geſichte eine tiefe, innere Empfindung ſichtbar, wahrſcheinlich hervorgerufen durch den Inhalt des Buches, in welches ſie ſo vertieft