Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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betrogen wurde, aber er hatte noch kein Mittel ausfindig gemacht, um dieſem Uebelſtande abzuhelfen. Er hielt ſeine Beamten ſammt und ſonders für ſeine Feinde, und ſein Beſtreben ging daher dahin, ſie ſo unſchädlich zu machen als möglich. Der geringe Ertrag der diesjährigen Woll⸗ ſchur hatte ihn um ſo mehr mit Zorn erfüllt, als er erſt im verfloſſenen Jahre nicht unbedeutende Summen auf den Ankauf veredelter Böcke verwandt hatte, durch welche ſich die Wolle vermehren und zugleich einen höheren Preis er⸗ langen ſollte. Er kam jedoch auch jetzt zu der Ueberzeu⸗ gung, daß weitere Erörterungen nutzlos ſeien, da er durch Unwohlſein verhindert geweſen war, der Schur ſelbſt bei⸗ zuwohnen, und er ſich daher mit den Angaben ſeiner Be⸗ amten begnügen müſſe.

Es lag durchaus nicht in ſeinem Charakter, ſeinem Zorne nutzlos freien Lauf zu laſſen, er behielt vielmehr ſeine Wahrnehmung und die daraus gewonnene Erkenntniß in ſich und handelte dann plötzlich und rückſichtslos darnach, ſobald er glaubte, daß dies ohne noch größere Beeinträchti⸗ gung ſeines eigenen Vortheiles geſchehen konnte. Die Be⸗ amten ſtanden daher ſämmtlich auf vierteljährige Kündi⸗ gung und waren ihrerſeits wieder bemüht, aus dieſer un⸗ ſicheren Stellung ſo vielen und ſchleunigen Nutzen zu zie⸗ hen, als irgend möglich war. Der Graf hatte daher ſehr Recht, wenn er glaubte, daß er von ſeinen Gütern einen