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brücke und über dieſelbe hin nach dem Gefängniſſe zu⸗ rückſchritt.
An dem fernen Ende des Friedhofs ſaß Luch hinter einem Buſche vor der Mauer zuſammengekauert und blickte mit freudeſtrahlenden Augen und hochſchla⸗ gendem Herzen den Trägern nach, bis ſie an der andern Seite der Brücke verſchwanden, dann ſpähte ſie, ſich etwas erhebend, um ſich und wandte wieder und wieder ihren Blick flehend gegen den dunkelnden Himmel. Die Sehnſucht, das Verlangen, den Geliebten zu erlöſen, ihn zu befreien, ihn an ihr Herz zu drücken, wollte ihr die Bruſt zerſprengen und krampfhaft preßte ſie ihre gefalteten Hände gegen ihren Buſen. Noch war es zu hell, um an das Werk zu gehen, und doch war jeder Augenblick der Verzögerung ja eine Ewig⸗ keit für den Geliebten. Wie ſchlichen die Minuten, wie ewig langſam breitete heute die Nacht ihre Fittige über die Erde aus! Wollte denn der Himmel ſeine Lich⸗ ter heute gar nicht anzünden?
Endlich, endlich begannen die Sterne zu blitzen, das Gefängniß verſchwamm mehr und mehr in dem Schatten der Nacht und bald ſtand es wie eine ſchwarze Silhouette vor dem ſternüberfunkelten Himmel.
„Ich komme, ich komme, mein Harry!“ rief jetzt die Mulattin mit fieberiſcher Bewegung, ergriff den


