Teil eines Werkes 
4. Band (1866)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

2

führung des Vorhabens hin und her, beredeten, was

in den vielen möglicherweiſe eintretenden Zwiſchenfällen zu thun ſein würde, und dachten ſich ſo ſehr in das Ge⸗ lingen des Unternehmens hinein, daß ihnen alle Ban⸗ gigkeit aus dem Herzen ſchwand und ſie ſich ganz wie⸗ der dem Glücke ihrer Liebe hingaben.

Dennoch überwachte Blancha die Zeit und ſetzte nach Verlauf einer Stunde ſelbſt ihrem augenblicklichen Vergeſſen ein Ziel, indem ſie aufbrach und den Geliebten mit dem Troſte verließ, ihm am folgenden Abend als Rettungsengel zu erſcheinen.

Auf ihrem Wege aus dem Gefängniſſe ließ ſie abermals den Wärtern reiche Goldſpenden in die Hände gleiten und ſagte ihnen mit ihrer ſüßen Stimme Worte des Dankes.

Wieder warf ſich Albert, ſobald die Thür ſich hin⸗ ter Blancha geſchloſſen hatte, auf ſein Bett und verbarg ſein Geſicht in Kiſſen und Tuch, und wieder erweckte er die Theilnahme des bald darauf eintretenden Wärters. Derſelbe blieb einige Augenblicke in der Mitte des Zim⸗ mers ſtehen, ſchaute auf den unglücklichen, dem Anſcheine nach verzweifelnden Verurtheilten nieder und ſchüttelte mitleidig den Kopf. Dann aber vollbrachte er die ihm obliegenden Dienſtleiſtungen für den Gefungenen, blickte nochmals traurig nach ihm hin und verließ, ohne ihn