gewahrte, ein lautes Wort, ein lautes Lachen zu ver⸗ nehmen, ein feierliches Summen wehte durch die Ge⸗ mächer und nur die heitern Mienen verriethen, wie ſehr man ſich des Zuſammenſeins erfreue. 8
Ein jeder Fremde, der einen Blick in dieſe Räume gethan hätte, würde gefühlt haben, daß er ſich in der ausgewählteſten, eleganteſten Geſellſchaft befände, und doch wurde dies nirgends durch einen goldgeſtickten Kragen, durch ſchwere Epauletten, durch Orden oder Ordensbänder, noch durch das Wort„von“ oder„Ex⸗ cellenz“ verrathen. Nur die Officiere, die einzigen auf Lebenszeit angeſtellten Staatsdiener, wurden mit dem Grad, den ſie einnahmen, angeredet, die Civil⸗ beamten hießen ſämmtlich„Herr“ und die Damen „Madame“ oder„Fräulein.“ Es gab hier keine Rang⸗ klaſſe, als die der Bildung und des perſönlichen Ver⸗ dienſtes, keine Auszeichnung, als die, welche dieſen beiden freiwillig gezollt wurde, und der Anſtand war nach natürlicher Eleganz bemeſſen, nicht nach vorge⸗ ſchriebenen Formen und Redensarten. Der Präſident ſelbſt war allenthalben zugegen, wußte einem Jeden etwas Intereſſantes mitzutheilen, und ließ Niemanden einen Augenblick allein ſtehen.
Dabei glitten die ſchwarzen Diener lautlos über
den glatten parquettirten Fußboden hin und her und boten den Gäſten die köſtlichſten Erfriſchungen dar. An der rechten Seite des Empfangsſalons, dem


