— 278— einer faſt ruckſichtsloſen Vertraulichkeit, die oft⸗ mals verletzend fuͤr ſie ward, da des alten Fräulein Bernwill's Blicke nur zu deutlich ſagten, man ahnde den Grund Vertrau⸗ lichkeit.
Zudem hatte ſie nicht mehr den Muth ihr
Zimmer zu verlaſſen, weil Duval ihr uͤberall auflauerte, um ſie zu ſprechen— immer ſchuͤt⸗ telt ſie verneinend den Kopf, wenn Duval aus
der Ferne ihr das bekannte Zeichen gab, ſie
dieſen Abend ſehen zu wollen. Endlich kommt ſie eines Abends aus den Appartements der Herzogin, die Augen voll Thraͤnen— die Bruſt zerriſſen von dem guälendſten Schmerz der fuͤrchterlichſten Eiferſucht. Eine junge Dame aus der Nachbarſchaft war den Abend in der Aſſemblee, und Lucie muß ſich ſelbſt geſtehen, ein geiſtreicheres, ſchoͤneres, liebenswuͤrdigeres Mädchen nie geſehen zu haben— Graf C. hatte nur Augen fuͤr die neue, glänzende Er⸗ ſcheinung; ſeine ganze Aufmerkſamkeit, ſein un⸗ ermuͤdliches Beſtreben zu gefallen, ging nur auf
ſie. Vergebens hatte Lugie ſich ihm einigemal
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