Erwin legte die Hand auf fein ſchmerzlich, tief verwundetes Herz. Weiß Virginia? fragte er leiſe.
Noch nicht, ſprach Leo; aber von Dir gehe ich zu ihr— ich geſtehe ihr meine Liebe, bitte ſie um ihre Hand, und bin glucklich!
Er eilte fort. Erwin faltete leiſe die Haͤnde uͤber der tief bewegten Bruſt— Thraͤnen des in⸗ nigſten Schmerzes drangen ihm ins Auge— o, mein Gott, das iſt zu viel! ſeufzte er aus gepreßtem Herzen; er wankte zum Sopha, er verhuͤllte die weinenden Augen mit beiden Haͤnden, er verſank in den quaͤlendſten, tiefſten Schmerz.
Virginia liebte ihn mit der ganzen Gewalt eines reinen, ſchuldloſen, jungen Herzens; ſie nahm Leo mit holder Freundlichkeit auf, ihr Ge⸗ ſicht erheiterte ſich mehr und mehr, als dieſer ihr ſagte: er komme von ſeinem Bruder, von ihrem Vormund in ernſter Angelegenheit.—
Jetzt wußte Virginia, Leo wuͤrde ihr des Bruders Liebe fuͤr ſie geſtehen, um ihre Hand fuͤr dieſen bitten— ſie war hoch begluͤckt— und obgleich in ihrem liebenden Herzen ſich leiſe die Frage regte, warum der Geliebte nicht lieber
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