—
———
— 13—
und zu Otbert in einem etwas ſchwerfaͤlligen doch anmuthigen Deutſch ungefaͤhr folgendes ſprach: Sie verzeihen, mein Herr, wenn ich Ih⸗ nen vielleicht zu frei erſcheine, indem ich es wa⸗ ge, als eine Ihnen gaͤnzlich Unbekannte Sie hier anzureden, ja, was noch mehr iſt, Sie um eine große Gefälligkeit zu bitten; allein meine Lage noͤthigt mich dazu, und Ihre Zuͤge haben etwas ſo Zutrauen einfloͤßendes, daß ich nicht umhin kann, mich gerade an Sie und die Ihrigen zu wenden. Otbert verſicherte ſie, ihm waͤre ihr Zutrauen ſehr ſchaͤtzbar, ſie ſollte nur befehlen, und gewiß uͤberzeugt ſeyn, daß er Alles aufbie⸗ ten werde, was in ſeinen Kraͤften ſtehe, ihr zu dienen. Nun wohl, ſprach die Fremde, ſetzte ſich zu ihnen, und ſchlug den Schleier, welcher ihr Geſicht verhuͤllte, zuruͤck, ſo wage ich denn an Sie, mein Herr, die Bitte, mich fuͤr einige Zeit in Ihrer Wohnung, als einer Freiſtatt, aufzunehmen, denn mich zwingt ein unſeeliges Geſchick mein Vaterland zu verlaſſen, und in
einer fremden Gegend die Guͤte unbekannter Men⸗
ſchen für mich in Anſpruch zu nehmen. Otbert
und die beiden Frauen ſaßen vor Erſtaunen ge⸗


