Druckschrift 
Onkel Tom's Hütte / von Beecher-Stowe ; frei nach dem Englischen von A. Eltze
Entstehung
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Gefahren und Schrecken jenes Landes zurückkehrt, um ſeine Schweſter, Mutter oder Frau zu retten.

Ein junger Mann, welcher, wie uns ein Niſſionär er⸗ zählt hat, zwei Mal eingefangen wurde und ſchmachvolle Schläge für ſeinen Heldenmuth zu erdulden hatte, entwiſchte wieder und in einem Briefe, welchen wir von ihm laſen, ſchrieb er ſeinem Freunde, daß er zum dritten Male end⸗ lich zurückgekehrt ſei, um ſeine Schweſter mitzubringen. Mein lieber Leſer, iſt dieſer Mann ein Held oder ein Ver⸗ brecher? Würdeſt Du nicht ebenſo viel thun für Deine Schwe⸗ ſter? Und kannſt Du ihn verdammen?

Wir kehren nun zu unſeren Freunden zurück, welche wir verlaſſen haben, als ſie ſich die Augen wiſchten und ſich faßten in ſo großer und plötzlicher Freude. Sie ſitzen geſellig um den Tiſch und nur Caſſy, welche die kleine Eliza auf ihrem Schvoße hält und von Zeit zu Zeit an ſich drückt, weigert ſich, den Mund in dem Maaße, wie es die Kleine verlangt, mit Kuchen vollſtopfen zu laſſen, indem ſie zur Verwunderung des Kindes behauptet, daß ſie etwas Beſſeres genoſſen habe und nicht darnach verlange. Und in der That iſt in den zwei oder drei Tagen eine ſolche Veränderung über Caſſy gekommen, daß ſie der Leſer kaum erkennen würde. Der ver⸗ zweifelnde, verſtörte Ausdruck ihres Geſichts hatte ſich in den eines ſanften Vertrauens geändert. Sie gehörte ſogleich zur Familie und es ſchien, als wenn ſie ihre mütterliche Liebe mehr auf die kleine Eliza, die das vollkommene Abbild ihres damals verlorenen Kindes war, richtete, als auf ihre n gefundene Tochter. Die Kleine bildete ein Band zwiſchen Mutter und Tochter. Elizas ruhige bewußte Frömmigkeit diente

zu einer paſſenden Führerin für den zerſtörten Geiſt ihrer

Mutter. Caſſy gab ſich mit ganzer Seele dem guten Ein⸗ fluſſe ihrer frommen Tochter hin, und wurde eine aufrichtige Chriſtin.

Nach wenigen Tagen erzählte Madame de Thaur ihrem Bruder ihre Angelegenheiten; der Tod ihres Gatten hatte ihr ein anſehnliches Vermögen verſchafft, welches ſie großmüthig mit der Familie theilen wollte. Als ſie George fragte, auf welche Weiſe ſie es für ihn am Beſten verwenden könne, er⸗ widerte er:Gieb mir die Mittel zu einer guten Bildung, was von jeher mein Wunſch war, das Uebrige kann ich dann ſelbſt thun.

Nach reiflicher Ueberlegung entſchloß ſich die ganze Fa⸗ milie, auf einige Jahre nach Frankreich zu gehen, wohin man