Druckschrift 
Onkel Tom's Hütte / von Beecher-Stowe ; frei nach dem Englischen von A. Eltze
Entstehung
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geſſen. Es war ſein Syſtem, Sir. Manchmal machte ich Tom Vorſtellungen. Ach, Tom, pflegte ich zu ſagen, was nützt es, Deine Mädchen auf den Kopf zu ſchlagen und zu knuffen, wenn ſie ſich grämen und weinen? Es iſt thöricht

und nutzt nicht im Mindeſten. Ich meinerſeits ſehe nichts

Böſes in ihrem Weinen ſagte ich, es iſt natürlich, ſagte ich, und wenn die Natur ſich auf die eine Art keinen Ausgang verſchaffen kann, verſchafft ſie ſich ihn auf eine andere. Uebri⸗ gens Tom, ſagte ich, verdirbt es Dir Deine Mädchen, ſie

werden krank und maulhängeriſch und zuweil r häßlich beſonders die gelben Mädchen, und es iſt rteufelte Arbeit, ſie abzurichten. Ei, ſagte ich, wesh willſt Du

ihnen nicht lieber gute Worte geben und ihnen ſchmeicheln? Glaube mir, Tom, eine kleine Beigabe von Menſchenfreund⸗ lichkeit wirkt viel mehr, als all' Dein Schelten und bringt auch mehr ein; darauf kannſt Du Dich verlaſſen, ſagte ich. Aber Tom hat ſich nie darein finden können und verdarb mir ſo Viele, daß ich gezwungen wurde, mich zu trennen, trotzdem er ein gutmüthiger Burſche und ein gewandter Geſchäfts⸗ mann war.

Alſo finden Sie Ihre Art des Geſchäftsbetriebs vor⸗ theilhafter, als die Tom's? fragte Mr. Shelby.

Gewiß, Sir, daß iſt nicht abzuſtreiten. Sehen Sie, ſobald ich es nur kann, nehme ich bei den unangenehmen Theilen des Geſchäfts, beim Verkaufen von Kleinen u. ſ. w. ſtets Rückſicht ich bringe die Mädchen aus dem Wege aus den Augen, aus dem Sinn, wie Sie wiſſen; und wenn es gethan iſt und die Sache ſich nicht mehr ändern läßt, er⸗ geben ſie ſich darein. Es iſt nicht ſo, wiſſen Sie, als ob es Weiße wären, die in der Erwartung erzogen werden, Wei⸗ ber und Kinder zu behalten u. ſ. w. Die Neger haben, wenn ſie gehörig gehalten ſind, gar kein Hoffen, ſo daß ſie ſolche Dinge leichter verſchmerzen.

So muß ich befürchten, daß die Meinen dann nicht gehörig erzogen ſind, ſagte Shelby.

Ich glaube es ſelbſt. Ihr Kentuckher verzieht alle Eure Neger, Ihr meint es mit ihnen gut, doch iſt dies nicht die wahre Güte. Sehen Sie, ein Neger muß in der Welt um⸗ hergeworfen und an Hans oder Kunz oder an ſonſt wen verkauft werdenz es iſt keine Güte, ihm Ideen und Hoffnungen zu geben und gut zu halten, denn das Unangenehme kommt ihm nachher um ſo ſchwerer an. Ich bin überzeugt, daß Ihre Neger an ſolchen Orten, wo manche von den Plantagennegern