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den Brief, Herr Schwager, ich werde ihn an ſeine Adreſſe beſorgen.“ „Aber erklaͤren Sie mir doch zuforderſt dieſes Räthſel.“ r
„Heute Abend ſollen Sie Alles erfahren. Ge⸗ dulden Sie ſich nur bis dahin.“
„Mir daͤmmert ein Licht. Wahrſcheinlich ein beguͤnſtigter Liebhaber der Frau Schwaͤgerin,“ ſagte
der Schulmonarch giftig.
„Fehlgeſchoſſen! Mein Herz ſchlaͤgt nicht fuͤr dieſen jungen Mann; es fuͤhlt nichts fuͤr ihn als die reinſte Freundſchaft, frei von jeder leidenſchaft⸗ lichen Beimiſchung. Ja auch Sie werden ihn die⸗ ſen Abend umarmen, und er iſt es werth, der edle Juͤngling, daß Sie ihn lieben. Doch ich lege mir mit Gewalt Schweigen auf, damit mein Herz nicht von wonnigen Gefuͤhlen uͤberſtroͤme und Ihnen vor der Zeit das ſuͤße Geheimniß verrathe, womit Sie uͤberraſcht werden ſollen. Doch das Eine kann und darf ich Sie heilig und theuer ver⸗ ſichern, daß Doktor Burg nicht mein Geliebter iſt. Nun gehen Sie und dringen Sie nicht weiter in mich.“ Der Rektor war gewohnt, einem weiblichen


