Druckschrift 
Die Schmuggler
Entstehung
Einzelbild herunterladen

37

Thier draußen,“ lautete ſein gleichguͤltiger Be⸗ richt.

„Ruf ſie! Sie ſoll mit uns auf gut Gluͤck trinken. Wir haben ein tuͤchtig Stuͤck Arbeit vor, und einer reinen Jungfrau Wunſch und Gebet ver⸗ mag bei den Heiligen viel.“

„Gianetta!“ rief Fermo zum Fenſter hinaus, und eine helle ſchoͤne Stimme gab Antwort. Gleich darauf huͤpfte das niedliche Schweizerkind in die Stube. Ihre Augen funkelten wie ſchwarze ge⸗ ſchliffene Edelſteine; ihr Koͤpfchen drehte ſich raſch nach allen Seiten, und Hand und Mund theilten Gruͤße aus. Wahlmann wurde von dem Anblick dieſer natuͤrlichen Schoͤnen wunderbar ergriffen, und als auch ihn ihr Blick traf, als die kleine nied⸗ liche Hand, mit ſchneeweißen Spitzen eingefaßt, auch ihm einen Gruß, vom freundlichſten Nicken begleitet, zuwinkte, fuͤhlte er, daß ihm das Blut vom Herzen aus ſiedend heiß in alle Adern ſchieße. War's ihm doch, als ſei der Nebel plötzlich von einander geriſſen, und da, wo er ſich getheilt, ſei eine Sonne auf azurblauem Grund hervorgetreten, und habe ihn mit den mildeſten ihrer Strahlen an⸗ gelaͤchelt, aber auch das Herz in Brand geſetzt.