————
zurück und ſagte:„Ich begreife Euch nicht, Ihr ſeid hente alle ſchrecklich langweilig. Herr Heldreich muß einen ſonderbaren Be⸗ griff von unſerer Geſellſchaft bekommen. Wie wär's, wenn wir, um uns die Zeit zu vertreiben, ein kleines Spielchen machten?“ „Nein, Graf! Unter keiner Bedingung!“ rief Herr Theudo⸗ bald Laur eifrig.„Nur kein Spiel, Du weißt, ich haſſe die Karten!“ „Wer denkt daran? Ich rühre ſelbſt keine Karte an. Nein, ein einfaches Geſellſchaftsſpiel! Wir wollen das Bier auswürfeln.“ „Das iſt freilich etwas Anderes! Das kann den Hals nicht koſten. Verkenne mich nicht, Graf, Theudobald Laur iſt durch⸗ aus kein Philiſter! Ich würde das Vergnügen der Geſellſchaft ſtören, wenn ich mich ausſchlöſſe. Das wäre unanſtändig. Aber keine Karten und nur um das Bier, das mache ich mir aus!“ „Verſteht ſich! Bombelitz, laß Dir vom Wirth Würfel geben.“
Referendar Bombelitz eilte dienſtwillig fort und kam nach we⸗
nigen Augenblicken mit einem Paar abgenutzter Würfel zurück.— „Alſo um's Bier,“ ſagte Fiſcher, indem er die Würfel im Becher ſchüttelte und dieſen Heldreich hinreichte.„Fangen Sie an, Herr Heldreich!“
Der Student fühlte, daß die Blicke der ganzen ehrenwerthen Geſellſchaft auf ihn gerichtet waren; es gewährte ihm ein eigen⸗ thümliches Vergnügen, daß jetzt die Betrüger, welche ihr Opfer ſchon ganz ſicher im Garn zu haben glaubten, die Gefoppten ſein würden. Er verbengte ſich leicht und entgegnete lächelnd:„Ich danke Ihnen, mein Herr, ich ſpiele niemals!“
„Von Spiel iſt nicht die Rede, es geht nur um's Bier!“
„Ich bedauere aufrichtig. Wie ſchon geſagt, ich ſpiele nie⸗ mals, am wenigſten mit Unbekannten. Ich würde die weiſen Er⸗
2
Streckfuß, Dorenberg.


