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widerſtand in ängſtlicher Aufregung den freundlichſten Verſuchen es ihr nehmen, und hielt es ſelbſt im Schlafe feſt umſchloſſen, als ob ſie ſich nicht* ihrer Wachſamkeit abwendig machen laſſen wolle. Mr. und Mrs. Bird waren in das Zimmer zurückgekehrt, wo, ſo ſeltſam es auch erſcheinen mag, von keiner Seite auf das vorhergegangene Geſpräch Be⸗ zug genommen wurde. Mrs. Bird beſchäftigte ſich jedoch mit ihrer Stickerei und Mr. Bird that als ob er die Zeitung läſe. „Ich möchte wiſſen wer und was ſie iſt!“ ſagte endlich Mr. Bird, indem er ſie niederlegte. „Wenn ſie erwacht und ſich ein wenig erholt hat werden wir ſie fragen,“ ſagte Mrs. Bird. „Höre Frau!“ begann der Senator, nachdem er ſchweigend eine Zeitlang auf das Journal geblickt hatte. „Nun Liebſter!“ „Könnte ſie nicht eines von Deinen Kleidern tragen, wenn es ausgelaſſen würde? Sie ſcheint etwas größer zu ſein, als Du biſt.“ Auf Wrs. Bird's Geſicht trat ein vollkommen bemerkbares Lächeln als ſie antwortete: „Wir werden ſehen.“
Wieder eine Pauſe, die von Mr. Bird abermals unterbrochen wurde.
„Höre Frau!“
„Nun, was giebt es ſchon wieder?“
Ei, weißt Du den alten Bombaſſinmantel, den Du über mich zu breiten pflegſt, wenn ich mein Mittagsſchläfchen halte, den kannſt Du ihr wohl geben. Sie braucht Kleider.“ 2
In dieſem Augenblicke ſchaute Dina herein und meldete, daß die Frau er⸗ wacht ſei und die Miſſis zu ſehen wünſche.
Mr. und Mrs. Bird gingen von den beiden älteſten Knaben gefolgt in die Küche. Die kleinere Bande lag jetzt bereits wohlbehalten im Bett.
Die Frau ſaß auf der Bank am Feuer; ſie blickte unverwandt mit einem ruhigen, verzweifelten Ausdrucke, welcher von ihrer frühern aufgeregten Verſtört⸗ heit ſehr verſchieden war, in die Gluth.
„Haben Sie nach mir verlangt?“ ſagte Mrs. Bird mit ſanſten Tönen; „ich hoffe, daß Sie Sich jetzt wphler fühlen, arme Frau.“
Ein langgezogener bebender Seufzer war die einzige Antwort, welche ſie erhielt; aber die Fremde erhob ihre dunkeln Augen und heftete dieſelben mit einem ſo flehenden, hilfloſen Ansdrucke auf ſie, daß dem kleinen Weibchen die Thränen in die Augen traten.
„Sie brauchen nichts zu fuͤrchten. Wir ſind hier Freunde, arme Frau. Sagen Sie mir, woher Sie kommen und was Sie bedürfen.“
„Ich bin von Kentucky gekommen,“ ſagte die Frau.
„Wann?“ fragte Mr. Bird, der das Verhör übernahm.
„Dieſe Nacht.“
„Wie ſind Sie gekommen?“
„Ich bin auf dem Eiſe herübergegangen.⸗
„Auf dem Eiſe herübergegangen?“ riefen alle Gegenwärtige.
e,“ ſagte die Frau langſam,„ſo iſt es; mit Gottes Hilfe bin ich auf dem Eiſe herübergekommen, denn ſie waren hinter mir— dicht hinter mir— und es gab keinen andern Ausweg.“
„Guter Gott, Miſſis,“ ſagte Cudjo,„das Eis iſt ganz in Schollen ge⸗ borſten, die ſich im Waſſer auf und ab ſchaukeln.“


