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Onkel Tom's Hütte, oder Negerleben in den Sklavenstaaten von Amerika : nebst der neuen von der Verfasserin eigens für Europa geschriebenen Vorrede / von Harriet Stowe, geb. Beecher ; nach der zwanzigsten amerikanischen Auflage aus dem Englischen
Entstehung
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wenn man ihn gefangen hat. Ehe Ihr nicht hier baare funfzig Dollars auf den Tiſch legt, geht dieſes Kind nicht von der Stelle; ich kenne Euch.“

„Was, wenn Ihr ein Geſchäft in der Hand habt, das Euch einen reinen Profit von tauſend bis ſechzehnhundert einbringen kann? ei, Tom, Ihr ſeid unbillig,“ ſagte Haley.

„Haben wir nicht Geſchäfte, die auf fünf Wochen unſere ganze Zeit in An⸗ ſpruch nehmen?— und angenommen, daß wir Alles verlaſſen und nach Euerm Jungen auf das Buſchklopfen gehen und endlich doch die Dirne nicht fangen— denn die Mädchen haben immer den Satan im Leibe— wie dann? Würdet Ihr uns etwa einen Cent dafür zahlen?— nicht wahr, Ihr würdet es thun? Es iſt mir ſchon, als ob ich Euch jähe! Nein, nein, kommt mit Euern Funfzig her⸗ aus. Wenn wir das Geſchäft machen und es lohnt, ſo zahle ich Euch das Geld zurück. Wenn es nicht geht, ſo iſt es eine Vergütung für unſere Mühe, das iſt nicht mehr als billig, nicht wahr, Marks?“

„Gewiß, gewiß!“ ſagte Marks mit verſöhnlichem Tone,„es iſt nur ein Honorar, um Euch unſrer Dienſte zu verſichern, ſeht Ihr, hihihi. Wir ſind Juriſten, wißt Ihr. Nun, wir müſſen Alle im guten Vernehmen bleiben. Tom wird Euch den Jungen bringen wohin Ihr wolit, nicht wahr, Tom?“

„Wenn ich den Jungen finde, ſo bringe ich ihn nach Cincinnati und laſſe ihn bei der Mutter Belcher am Landungsplatze,“ ſagte Loker.

Marks hatte eine fettige Brieftaſche herausgezogen, nahm ein langes Pa⸗ pier aus derſelben, ſetzte ſich nieder, heftete ſeine ſcharfen, ſchwarzen Augen darauf und begann murmelnd den Inhalt abzuleſen:

„Barnes— Shelby County— Burſche Jim, dreihundert Dollars für ihn, todt oder lebendig. Edwards— Dick und Luch— Mann und Frau— ſechs⸗ hundert Dollars— Dirne Polly und zwei Kinder— ſechshundert für ſie oder ihren Kopf.— Ich gehe nur unſere Geſchäfte durch, um zu ſehen, ob wir dieſes gut übernehmen können. Loker,“ ſagte er nach einer Pauß,„wir müſſen Adams und Springer auf dieſe Fährten ſetzen, ſie ſind ſchon ſeit einiger Zeit einge⸗

rieben.“

3„Sie werden zu viel anrechnen,“ ſagte Tom.

Dafür werde ich ſorgen. Sie ſind noch jung im Geſchäft und müſſen wohlfeil arbeiten,“ meinte Marks.„Drei davon ſind leicht genug abzumachen, weil weiter nichts zu thun iſt, als ſie niederzuſchießen oder zu beſchwören, daß ſie erſchoſſen ſeien und dafür können ſie natürlich nicht viel rechnen. Die andern Sachen,“ ſetzte er, das Papier zuſammenfaltend, hinzu,„können ſchon noch eine Zeitlang hinausgeſchoben werden. Jrtzt zu den näheren Umſtänden. Habt Ihr das Mädchen an's Land gehen ſehen, Mr. Haley?“

„Gewiß, ſo deutlich, wie ich Euch ſehe.“

„Und einen Mann, der ihr das Ufer hinaufhalf,“ ſagte Loker?

„Freilich habe ich das.“

„Wahrſcheinlich,“ ſagte Marks,„iſt ſie irgendwo aufgenommen worden; aber wo, das iſt die Frage. Was meint Ihr, Tom?“

„Wir müſſen unbedingt noch heute Nacht über den Fluß, antwortete Tom.

„Aber es iſt kein Boot in der Nähe,“ meinte Mars,„das Eis geht furcht⸗ bar, Tom. Iſt es nicht gefährlich?“ „Das weiß ich nicht, aber es muß geſchehen,“ ſagte Tom entſchieden. „Du mein Himmel,“ ſagte Marks unruhig,„es wird— hört,“ fuhr er an 16 Fenſter tretend fort,„es iſt ſo finſter, wie in einem Wolfsrachen, und om— „Kurz und gut, Ihr fürchtet Euch, Marks, aber dafür kann ich nichts, Ihr