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ich denke häufig genug daran; alſo mag es meinetwegen auch heraus. Ich glaube an die Religion und wenn ich dereinſt mein Schäfchen ins Trockne ge⸗ bracht habe, ſo gedenke ich für meine Seele und dergleichen zu ſorgen; was nutzt
es alſo, mehr Böſes zu thun als wirklich nothwendig iſt?— Es ſcheint mir
nicht recht klug zu ſein.“ „Für Eure Seele ſorgen!“ wiederholte Tom verächtlich;„das muß ein
ſcharfes Auge ſein, das in Euch eine Seele findet.— In dieſer Beziehung könnt
Ihr Euch nur alle Sorgen erſparen, der Teufel wird keine bei Euch finden, wenn er Euch auch durch ein Haarſieb ſchüttelt.“
„Ei, Tom, Ihr ſeid mißlaunig,“ ſagte Haley;„warum könnt Ihr es nicht im Guten aufnehmen, wenn Einer zu Euerm Beſten ſpricht.“
„Stellt endlich einmal das Salbadern ein,“ erwiderte Tom mürriſch; „ich kann das Meiſte von Euerm Geſchwätz ertragen, nur nicht das fromme Ge⸗ ſchwätz, das bringt mich geradezu um. Worin beſteht am Ende der Unterſchied zwiſchen Euch und mir? Er liegt nicht etwa darin, daß Ihr Euch um der⸗
gleichen Dinge um ein Haar mehr kümmertet, oder daß Ihr um ein Haar mehr
Gefühl hättet— es iſt reine Hundegemeinheit— Ihr wollt den Teufel betrü⸗ gen und Eure Haut erretten. Ich durchſchaue Euch wohl, und was Eure Reli⸗
gioſität, wie Ihr es nennt, betrifft, ſo iſt es wahrhaftig zu giftgemein, wenn Einer ſein ganzes Leben lang eine Rechnung beim Teufel hat auflaufen laſſen,
und dann, wenn der Zahltag kommt, ſich davon ſchleicht.“ „Ruhig, ihr Herren, auf dieſe Weiſe macht man keine Geſchäfte,“ ſagte Marks,„es giebt verſchiedene Arten die Dinge zu betrachten, das wiſſen wir
Alle. Mr. Haley iſt ſicherlich ein ganz netter Mann, der ſein Privatgewiſſen
hat, und Tom, Ihr habt Eure Weiſe und es iſt eine ganz gute Weiſe, Tom;
aber das Zanken, wißt Ihr, nutzt zu gar nichts. Wir wollen lieber ans Geſchäft
ehen. Nun, Mr. Haley, wie ſteht es? Sie verlangen, daß wir es übernehmen, jenes Mädchen einzufangen.“
„Das Mädchen iſt nicht meine Sache— ſie gehört Shelby— es iſt nur der Junge. Ich war ein Narr, daß ich den Affen kaufte.“*
„Ihr ſeid gewöhnlich ein Narr!“ ſagte Tom ſtöckiſch.
„Ruhig Loker, mault nicht,“ ſagte Marks, ſeine Lippen leckend,„Ihr ſeht, daß Mr. Haley uns ein gutes Geſchäft übertragen will. Haltet Euch ſtill— in dergeen Dingen bin ich ſtark. Wie ſieht das Mädchen aus, Mr. Haley? was iſt ſie?“
„Nun, ſie iſt weiß und hübſch— ſie hat eine gute Erziehung gehabt. Ich
würde Shelby achthundert bis tauſend für ſie gegeben und dann noch etwas Hübſches an ihr verdient haben.“
„Weiß und hübſch, und gut erzogen!“ rief Marks, deſſen ſcharfe Augen, Naſe und Mund von Unternehmungsluſt belebt wurden.„Schaut her, Loker,
das ſind herrliche Ausſichten. Wir werden hier ein Geſchäft auf unſere eigne
Rechnung machen können. Wir fangen ſie, der Junge wird natürlich an Mr. Haley abgegeben, und wir ſchaffen das Mädchen nach Orleans um mit ihr zu ſpekuliren. Iſt es nicht wunderſchön?“
Tom, deſſen großer, ſchwerfälliger Mund während dieſer Mittheilung halb offen geſtanden hatte, ließ ihn jetzt plötzlich zuſammenſchnappen wie ein großer Hund über einem Stück Fleiſch, und ſchien die Idee gemächlich zu verdauen.
„Seht Ihr,“ ſagte Marks zu Haley, indem er ſeinen Punſch rührte,„ſeht Ihr, wir haben auf allen Punkten des Ufers Friedensrichter, die die kleinen Ge⸗ ſchäfte, zu denen wir ſie brauchen, billig genug verrichten. Tom übernimmt den
Gewaltstheil und ich komme fein gekleidet— mit gewichſten Stiefeln— Alles


