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Haley war ein verſteinerter Zuſchauer der Scene geweſen, bis das Mädchen auf der Höhe verſchwand; dann wendete er ſich mit verblüffter, fragender Miene nach Sam und Andy um.
„Das war ein ganz leidliches Geſchäft,“ ſagte Sam.
„Das Mädchen hat ſieben Teufel im Leibe,“ rief Haley.„Sie ſprang wie eine wilde Katze.“
„Nun,“ meinte Sam, indem er ſich im Kopfe kratzte;„ich hoffe, daß der Maſter nicht verlangen wird, daß wir den Weg verſuchen; ich glaube nicht, daß ich dazu rüſtig genug bin.“
Und Sam ließ ein dumpfes Kichern vernehmen.
„Du lachſt!“ murrte der Händler.
„Gott behüte Sie, Maſter, ich kann nicht anders,“ ſagte Sam, der ſich jetzt ſeiner lange verhaltenen Freude hingab.„Sie ſah ſo kurios aus, wie ſie dort ſprang und ſetzte, wie das Eis krachte und ſie darüber flog— plumps— kertſchunk— kertſchlick! Gott, welche Sätze ſie machte!“
Und Sam und Andy lachten, daß ihnen die Thränen über die Backen liefen.
„Ich werde dafür ſorgen, daß Ihr auf der andern Seite des Maules lacht,“ ſchrie der Sklavenhändler, indem er ihnen mit ſeiner Reitpeitſche über die Köpfe ſchlug.
Beide duckten ſich und liefen ſchreiend das Ufer hinauf und waren auf ihren Pferden, ehe er es erreichte.
„Guten Abend, Maſter,“ ſagte Sam gravitätiſch,„ich fürchte, daß die Miſſis um Jerry ängſtlich ſein wird, Mr. Haley braucht uns nicht weiter. Die Miſſis würde nicht zugeben, daß wir heute Abend mit den Thieren über Lizzy's Brücke ritten.“
Und er machte ſich auf den Weg, indem er Andy einen ſpaßhaften Stoß in die Rippen gab. Jener galoppirte ihm nach und ihr Gelächter verklang all⸗ mälig im Winde.
8. Eliza's Entkommen.
Eliza hatte ihren verzweifelten Rückzug über den Fluß mit Einbruch der Dämmerung bewerkſtelligt. Der ſich langſam vom Fluſſe erhebende graue Abendnebel umhüllte ſie, als ſie das Ufer hinauf verſchwand und der ange⸗ ſchwollene Strom und die ſich drängenden Eismaſſen bildeten zwiſchen ihr und ihren Verfolgern eine unüberwindliche Schranke.
Haley kehrte daher langſam und unzufrieden in das kleine Wirthshaus zurück um über das, was weiter zu thun ſei, nachzudenken. Die Wirthin öffnete die Thür eines kleinen Zimmers, worin ein Tiſch mit einem glänzend ſchwarzen Wachstuch⸗Ueberzuge, mehrere dürrbeinige, hochlehnige Holzſtühle und auf dem Kaminſims über einem dampfenden grünen Holzfeuer einige grell angeſtrichene Gypsſiguren ſtanden. Eine lange Bank von hartem Holz zog ſich bis dicht an den Kamin hin und hier ſetzte ſich Haley nieder, um über die Unbeſtändigkeit der menſchlichen Hoffnungen und das Glück im Allgemeinen zu grübeln.
„Ich möchte nur wiſſen, wozu ich den kleinen Stänker gewollt habe,“ ſagte er zu ſich,„daß ich mich auf dieſe Weiſe ganz auf den Baum treiben laſſe, wie ein Waſchbär.“ Und Haley verſchaffte ſich dadurch Erleichterung, daß er eine nicht eben gewählte Litanei von Verwünſchungen ſeiner ſelbſt laut werden ließ, die wir, wenn wir ſie auch für vollkommen begründet halten, doch des guten Ge⸗ ſchmacks wegen nicht hierher ſetzen wollen.


