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Onkel Tom's Hütte, oder Negerleben in den Sklavenstaaten von Amerika : nebst der neuen von der Verfasserin eigens für Europa geschriebenen Vorrede / von Harriet Stowe, geb. Beecher ; nach der zwanzigsten amerikanischen Auflage aus dem Englischen
Entstehung
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angefachte Kohlen und er wäre vielleicht auf eine gefährliche Weiſe aufgebrauſt, wenn nicht der freundliche Fabrikherr ſeinen Arm berührt und mit leiſem Tone geſagt hätte: 6

Gieb nach, George, geh für jetzt mit ihm, wir wollen verſuchen, ob wir Dir nicht noch helfen köntn.

Der Tyrann bemerkte das Flüſtern und vermuthete deſſen Bedeutung, ob⸗ gleich er nicht hören konnte, was geſagt wurde und er beſtärkte ſich innerlich in ſeinem Entſchluſſe, die Gewalt, welche er über ſein Opfer beſaß, geltend zu machen. wurde nach Hauſe gebracht und zu den niedrigſten Arbeiten auf dem Gute verwendet. Er war im Stande geweſen jedes unehrerbietige Wort zu unterdrücken, aber das blitzende Auge, die düſtere, gerunzelte Stirn waren eine natürliche Sprache, die ſich nicht unterdrücken ließ unzweifelhafte Zei⸗ chen, die nur zu deutlich bewieſen, daß der Menſch nicht zu einem Dinge wer⸗ den konnte.

George hatte während der glücklichen Periode ſeiner Beſchäftigung in der Fabrik ſeine Frau geſehen und geheirathet. Um dieſe Zeit hatte er, da ihm ſein Arbeitsgeber vertraute und ihn begünſtigte, die vollkommene Freiheit be⸗ ſeſſen, nach Belieben zu kommen und zu gehen. Die Verbindung wurde von Mrs. Shelby höchlichſt gebilligt und dieſe fühlte mit frauenhaftem Gefallen am Eheſtiften Freude daran, ihren hubſchen Günſtling mit einem Manne ihrer Klaſſe, der in jeder Hinſicht für ſie zu paſſen ſchien, zu vereinigen, und ſo waren ſie in dem großen Geſellſchaftszimmer ihrer Herrin getraut worden und ihre Herrin hatte ſelbſt das ſchöne Haar der Braut mit Orangeblüthen geſchmückt und den Brautſchleier, welcher ſicher auf keinem ſchöneren Kopfe liegen konnte, darüber geworfen, und es hatte nicht an weißen Handſchuhen, Kuchen und Wein und an Gäſten gemangelt, die die Schönheit der Braut und die Frei⸗

gebigkeit und Großmuth der Gebieterin bewunderten.

Ein paar Jahre hindurch ſah Eliza ihren Ehemann häufig und ihr Glück wurde nur durch den Verluſt zweier Kinder unterbrochen, an denen ſie leiden⸗ ſchaftlich gehangen hatte und die ſie mit einem ſo glühenden Schmerz betrauerte, daß ihre Herrin ſanfte Vorſtellungen gegen ſie anwenden und mit mütterlicher Beſorgniß die leidenſchaftlichen Gefühle in die Schranken der Vernunft und Religion weiſen mußte.

Nach der Geburt des kleinen Harrh war ſie jedoch allmälig ruhig und ge⸗ faßt geworden und die verwundeten Gefühle und überreizten Nerven, welche ſich von Neuem mit dieſem kleinen Leben verſchlangen, ſchienen geſund und kräf⸗ tig zu werden, und Eliza war bis zu der Zeit, wo ihr Gatte rauh von ſeinem gütigen Brodherrn hinweggeriſſen und unter die eiſerne Ruthe ſeines geſetz⸗ lichen Eigenthümers geſtellt wurde, eine glückliche Frau.

Der Fabrikherr beſuchte, ſeinem Worte getreu, Mr. Harrys ein paar Wochen nach Georges Entführung, ſobald er hoffte, daß die Hitze jenes Tages verraucht ſei und verſuchte alle möglichen Mittel, um ihn zur Rückgabe an ſeine frühere Beſchäftigung zu vermögen.

Sie brauchen ſich keine weitere Mühe zu geben, erwiderte er halsſtarrig, ich weiß, was ich zu thun habe, Sir.

Ich habe mir nicht herausgenommen, Ihnen etwas vorzuſchreiben, Sir; ich dachte nur, daß Sie es als vortheilhaft für ſich ſelbſt betrachten würden, wenn Sie Ihren Sklaven unter den vorgeſchlagenen Bedingungen uns liehen.

O, ich verſtehe die Sache vollkommen, ich habe Sie an dem Tage, wo ich ihn aus der Fabrik nahm, wohl blinzeln und flüſtern ſehen, aber Sie bewegen