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Onkel Tom's Hütte, oder Negerleben in den Sklavenstaaten von Amerika : nebst der neuen von der Verfasserin eigens für Europa geschriebenen Vorrede / von Harriet Stowe, geb. Beecher ; nach der zwanzigsten amerikanischen Auflage aus dem Englischen
Entstehung
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Das Kind ſprang ſo ſchnell es konnte, unter dem Lachen ſeines Herrn auf den Leckerbiſſen zu.

Komm her, Jim Erow, ſagte Jener.

Das Kind kam heran und der Herr ſtreichelte ihm den Lockenkopf und griff ihm unter das Kinn.

Nun Jim, jetzt zeige dieſem Herrn, wie Du tanzen und fingen kannſt.

Der Knabe begann eines von den wilden grotesken Liedern, wie ſie unter den Negern gewöhnlich ſind, mit voller, heller Stimme zu ſingen und begleitete ſich dazu mit komiſchen Bewegungen und Verdrehungen der Hände, Füße und des ganzen Körpers.

Bravo! ſagte Haley, indem er ihm eine viertel Orange zuwarf.

Jetzt gehe wie der alte Onkel Cudgo, wenn er den Rheumatismus hat, Jim, rief ſein Herr.

Die geſchmeidigen Glieder des Kindes nahmen augenblicklich ein mißge⸗ ſtaltetes, verzerrtes Ausſehen an; es krümmte den Rücken und ſchwankte, den Stock ſeines Herrn in der Hand, mit kläglich verzogenem Geſichte und bald nach rechts, bald nach links ausſpeiend, im Zimmer umher.

Beide Männer lachten aus voller Kehle.

Nun, Jim, ſagte der Herr,jetzt zeige uns, wie Robbins, der Kir⸗ chenvotſteher, den Pſalm anſtimmt.

Der Knabe ließ ſein rundes Geſicht die größtmögliche Länge annehmen und ſtimmte mit unerſchütterlicher Gravität eine Pſalmmelodie durch die Naſe an.

Hurrah! Bravo! das iſt ein Junge! rief Haley,das iſt ein ganzer Kerl. Ich will Ihnen etwas ſagen, fügte er plötzlich hinzu, indem er Mr. Shelby auf die Schulter klopfte;geben Sie mir den Burſchen zu, ſo ſoll das Geſchäft abgemacht ſein. Sie werben einſehen, daß ich nicht mehr verlange, als recht iſt.

In dieſem Augenblicke wurde die Thür leiſe geöffnet und eine junge Qua⸗

drvnin von, wie es ſchien, etwa fünfundzwanzig Jahren, trat in das Zimmer.

Es bedurfte nur eines Blickes von dem Kinde auf ſie, um ſie als deſſen Mutter zu erkennen. Sie beſaß daſſelbe glänzende, volle dunkle Auge mit ſei⸗ nen langen Wimpern, daſſelbe wollige ſeidenartige, ſchwarze Haar. Das Braune ihrer Hautfarbe wich auf der Wange einer deutlich ſichtbaren Röthe, welche ſich verſtärkte, als ſie den Blick des fremden Mannes mit dreiſter, unverholener Be⸗ wunderung auf ſich geheftet ſah. Ihre Kleidung paßte ihr wie angegoſſen und zeigte ihre ſchön geformte Geſtält auf das Vortheilhafteſte. Eine zart gemodelte Hand und ein netter Fuß und Knöchel waren Gegenſtände, die dem ſcharfen Auge des Handelsmannes, welches gewohnt war, die guten Eigenſchaften eines ſchönen weiblichen Handelsartikels auf den erſten Blick zuſammenzufafſen, nicht entgingen.

i Eliza, ſagte ihr Herr, als ſie ſtehen blieb und ihn unſchlüffig anblickte.

ſſi. Veeihen Sie, Herr, ich wollte Harry holen, und der Knabe ſprang auf ſi

ezu und zeigte ihr ſeine Beute, die er in ſeinem Kleidchen zuſammenge⸗ faßt hatte.

Nun, ſo nimm ihn mit fort, ſagte Mr. Shelby, und ſie entfernte ſich haſtig mit dem Kinde, welches ſie auf ihren Arm genommen hatte. 3.

Beim Jupiter! ſagte der Handelsmann bewunderungsvoll zu ihni ge⸗ wendet, das nenne ich einen Artikel! Mit dem Mädchen dort könnten Sie in Orleans Ihr Glück machen, wenn Sie wollen. ch habe ſchon mehr wie Tau⸗

ſend für Mädchen bezahlen ſehen, die um kein Haar hübſcher waren. 2 1*